Suez und Gaz de France
Mega-Fusion vor neuen Hürden

Mit einem Eklat im französischen Parlament hat am Donnerstag eine beispiellose Schlacht um die geplante Mega-Fusion der Energieversorger Gaz de France (GdF) und Suez begonnen.

HB PARIS. In Frankreich gibt es neue Hürden für die geplante Mega-Fusion der Energieversorger Gaz de France (GdF) und Suez. Die oppositionellen Sozialisten forderten am Donnerstag, die Abstimmung über die GdF-Privatisierung - eine zentrale Voraussetzung für den Zusammenschluss - um Monate zu verschieben. Gleichzeitig erhöhte Suez seine Wachstumsziele und meldete einen über den Erwartungen liegenden Halbjahresgewinn. Das könnte Analysten zufolge die Kosten der Fusion in die Höhe treiben. In der Parlamentsdebatte über das Vorhaben erklärte Ministerpräsident Dominique de Villepin, seine Regierung beabsichtige nicht, bei den Privatisierungsplänen die Einwände der Opposition zu ignorieren.

„Das ist nicht der Geist, mit dem wir diese Frage angehen“, erklärte der Regierungschef offenbar mit Blick auf ein spezielles Verfahren, mit dem ein Gesetz ohne vorherige Debatte das Parlament passieren kann. Finanzminister Thierry Breton forderte die Abgeordneten auf, die Privatisierung zu unterstützen, und Gaz de France zu einem „nationalen Champion“ zu machen. Dabei dürfe keine Zeit verloren werden.

Das Parlament solle erst nach der Präsidentenwahl im kommenden Jahr in der Sache entscheiden, sagte Segolene Royal, die Favoritin für die Spitzenkandidatur der Sozialisten, dem Fernsehsender France 2. Auch Fraktionschef Jean-Marc Ayrault forderte, das Votum der Franzosen bei der Wahl des Staatsoberhauptes abzuwarten. „Dieses Gesetz darf nicht verabschiedet werden und ich glaube, es wird nicht zwischen heute und der Präsidentenwahl sein.“ Eine Entscheidung der Abgeordneten davor sei in „in gewisser Weise eine Verweigerung von Demokratie“, sagte Ayrault dem Sender LCI. Die Opposition versucht, das Vorhaben mit einer Flut von mehr als 137 000 Änderungsanträgen zu stoppen.

Der konservative Villepin hofft dagegen, dass die Abgeordneten bis Ende des Monats zustimmen. Sollte diese Frist verstreichen, müsste die Debatte bis Januar unterbrochen werden und könnte in den Wahlkampf fallen. Die Regierung befürchtet, dass sie die Fusion dann nicht mehr durchsetzen kann.

Seite 1:

Mega-Fusion vor neuen Hürden

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%