Suntech
Chinesischer Konzern plant Solarwerke in Europa

Der weltweit größte Hersteller von Solarmodulen, die chinesische Suntech, plant den Bau von Werken für die Fertigung von Solarmodulen in Europa. Dies sagte der Gründer und Vorstandsvorsitzende des chinesischen Unternehmens, Zhengrong Shi, dem Handelsblatt auf der Solarmesse Intersolar in München. Das Unternehmen plant 2008 eine Umsatzsteigerung um mehr als ein Drittel.

MÜNCHEN. "Wir denken konkret an Fabriken in Europa." Auch Deutschland sei ein möglicher Standort. Entscheidend sei aber nicht die hohe öffentliche Förderung, die es für Investitionen in Ostdeutschland gibt, sondern die Nähe zum Markt.

Deutschland ist der mit Abstand größte Markt für Strom aus Sonnenenergie weltweit. Shi denkt nicht an ein großes Werk in Europa, sondern an mehrere kleinere in den einzelnen Märkten wie Deutschland, Spanien oder auch Italien. Der spanische Markt ist in den vergangenen Monaten wegen der hohen Sonneneinstrahlung und der günstigen Förderung für Solarstrom stark gewachsen.

Die hohen Lohnkosten in Deutschland schrecken Shi nicht. "Mit Automation ist eine Produktion möglich", sagte der Suntech-Chef. Gegenwärtig werden viele Solarzellen in Deutschland gefertigt, werden dann wegen der günstigen Lohnkosten aber nach China exportiert und dort zu fertigen Solarmodulen zusammengebaut. Anschließend liefern die chinesischen Unternehmen die Anlagen an die Abnehmer auf den Hauptmärkten Deutschland, Spanien und USA.

Um die Produktion in Europa vorzubereiten, hat Suntech zum 1. April 2008 den deutschen Anlagenbauer KSL-Kuttler im schwäbischen Dauchingen gekauft. KSL-Kuttler fertigt mit 300 Beschäftigten Roboter und Automationsanlagen für die Leiterplatten-Industrie. Das Unternehmen ist auch in der chinesischen Metropole Shanghai vertreten.

Suntech fertigt außer Solarmodulen auch Solarzellen. Mit vier Werken in China und einem in Japan und weltweit 8 000 Beschäftigten erzielte das Unternehmen im vergangenen Jahr einen Umsatz von 1,4 Mrd. Dollar, was einem Zuwachs von 125 Prozent entspricht. Der Netto-Gewinn stieg von 106 auf 171 Mill. Dollar. Für 2008 erwartet Suntech einen Umsatz von 1,9 bis 2,1 Mrd. Dollar.

Der Suntech-Chef erwartet auch für die nächsten Jahre ein starkes Wachstum auf dem weltweiten Solarmarkt. Durch die Automatisierung der Fertigung und die sinkende Förderung würden die Preise für Solarmodule allerdings fallen. Dies bedeute geringere Margen für die Industrie, öffne den Herstellern und Betreibern der Anlagen aber auch weitere Märkte.

Trotz der niedrigeren Förderung in Deutschland werde das Land 2009 der weltweit größte Markt für Photovoltaik bleiben, sagte Shi. Allerdings wurden 2006 nur noch Photovoltaikanlagen mit einer Leistung von insgesamt 854 Megawatt neu installiert, nach 928 Megawatt im Jahr zuvor. Für 2007 liegen die Schätzungen des Fachmagazins Photon bei einer Stagnation, der Bundesverband Solarwirtschaft erwartet einen Anstieg auf 1 100 Megawatt. Viele neue Solaranlagen werden derzeit nach Spanien geliefert, da dort die Förderung höher ist.

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