Superflieger
A380 nimmt im Oktober seinen Dienst auf

Mit gut eineinhalb Jahren Verspätung liefert Airbus Mitte Oktober den ersten Großraumflieger des Typs A380 aus. Wer als einer der ersten Passagiere mit dem Riesen der Lüfte fliegen will, muss allerdings schon ein gutes Gebot in der Hinterhand haben.

HB PARIS. Ursprünglich sollte der neue „Gigant der Lüfte“ des europäischen Flugzeugbauers Airbus bereits im März vergangenen Jahres an die Singapore Airlines geliefert werden. Dann sorgten vor allem Probleme mit der Kabinenelektronik dafür, dass Airbus den A380, das größte Verkehrsflugzeug der Welt, nicht an den Kunden bringen konnte. Eineinhalb Jahre später und nach einer tiefgreifenden Krise auch um das Management rund um den Mutterkonzern EADS und die Tochter Airbus in Toulouse ist es jetzt soweit: In einer feierlichen Zeremonie wird das erste „Flaggschiff des 21. Jahrhunderts“ (Airbus zum A380) Mitte Oktober an den ungeduldig wartenden asiatischen Großkunden übergeben.

Lackiert mit der Aufschrift „Singapore Airlines“ war das größte Passagierflugzeug der Welt im Juli für die letzten Systemtests von Hamburg an den Airbus-Sitz im südfranzösischen Toulouse geflogen worden. In Toulouse machten sich zu der Zeit schon sieben Piloten der Fluggesellschaft in Simulatoren und A380-Testmaschinen fit für die Linienflüge zwischen Singapur und Sydneys Kingsford Smith Airport. Unter der Flugnummer Flight SQ380 soll in der Geschichte der Luftfahrt dann am 25. Oktober ein neues Kapitel aufgeschlagen werden. Der Superflieger nimmt damit seinen weltweit ersten Liniendienst auf. Die Airline steigert das Interesse daran noch mit einer Internet- Auktion der Tickets beim Marktführer eBay.

Sauber, umweltfreundlich, leise und intelligent. Airbus preist - verständlicherweise nach der Krise - mit allen Vorschusslorbeeren seinen A380 an, „der schon heute neue Maßstäbe im Luftverkehr für die Umwelt setzt und pro Passagier und 100 Kilometer nur 2,9 Liter Kerosin verbraucht“. Was an Auslieferungen dann folgen soll, liegt „voll im Zeitplan“, versichert man in Toulouse. Das betrifft also die nächsten A380-Maschinen für Singapore Airlines, Emirates und Qantas. Immerhin konnte Airbus bisher alles in allem 173 Bestellungen und Kaufabsichten verbuchen. Sie sollen endgültig aus der schweren Krise führen, die Airbus noch auf Jahre finanziell stark bedrückt.

„Höherer Komfort in der heute leisesten Flugzeugkabine am Himmel“, das möge also positive Schlagzeilen für Airbus bringen und möglichst ein Licht am Ende des Tunnels. Der neue Airbus-Chef Thomas Enders sieht das Prestigeobjekt indessen „noch nicht übern Berg“, wie er es unlängst im Nachrichtenmagazin „Focus“ formulierte: „Im Hochlauf dürfen wird uns keine Schnitzer erlauben.“ Gemeint war damit der nächste kritische Punkt, der Übergang zur Massenfertigung des A380 in dem scharfen Wettbewerb mit dem US-Konkurrenten Boeing.

So soll die Produktion in den nächsten Jahren stetig angehoben werden - auf 45 Großraumflieger im Jahr 2010. Bestehen im Wettbewerb kann Airbus nur dann gut, wenn deutsch-französische Reibereien um Macht und Kurs nicht mehr so dazwischenfunken. Wie sagte der neue Airbus-Chef Enders: „Unsere Flugzeuge verkaufen sich ja nicht von allein.“ Da kommt die erste werbewirksame Auslieferung gerade recht.

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