Suzlon-Beteiligung: Repower-Anteile zu teuer für Interessenten

Suzlon-Beteiligung
Repower-Anteile zu teuer für Interessenten

Der Windkraftanlagenbauer Suzlon stößt beim Teilverkauf seiner deutschen Tochter Repower auf Schwierigkeiten. Angesprochene Finanzinvestoren hätten abgewunken, da das indische Unternehmen überzogene Preisvorstellungen habe, verlautete aus Branchenkreisen.
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FRANKFURT. Suzlon hält 90,05 Prozent von Repower und will ein größeres Aktienpaket abgeben, um seine Bilanz zu entlasten. Die Mehrheit will der hoch verschuldete Konzern aber behalten.

Repower wird derzeit an der Börse mit einer Mrd. Euro bewertet. Für ein Aktienpaket von rund 25 Prozent soll Suzlon rund eine halbe Mrd. Dollar gefordert haben. Grund für den deftigen Aufschlag sind die guten Wachstumschancen, die auch Experten Repower bescheinigen.

Das Hamburger Unternehmen gilt als Perle der Windkraftindustrie. Von Interesse sind vor allem die Offshore-Anlagen, die zurzeit guten Absatz finden. In der Branche gelten die Windräder von Repower als technisch führend. Um die Lücke zu schließen, bräuchten Wettbewerber wie Siemens zwei Jahre, schätzen Experten.

In Kreisen der von Suzlon angesprochenen Unternehmen hieß es allerdings, dass die gute Marktposition von Repower nicht ausreiche, um den geforderten Kaufpreis zu rechtfertigen. Zudem habe Suzlon-Chef Tulsi Tanti einem Minderheitsaktionär keine weiteren Rechte einräumen wollen. Dies habe die Suche nach einem Käufer erschwert, hieß es in Finanzkreisen. Es sei aber nicht ausgeschlossen, dass Suzlon doch noch einen Interessenten finden könnte. Gespräche hatten die Inder unter anderem mit dem amerikanischen Finanzinvestor TPG Capital geführt.

Suzlon hatte im Jahr 2007 die Mehrheit an Repower nach einem Bieterwettstreit mit der französischen Areva übernommen; die milliardenschwere Akquisition stemmten die Inder weitgehend aus Krediten. Diese wurden mit der Finanzkrise zur Belastung.

Auch heute noch kämpft der junge Industriezweig mit den Folgen der Krise. Dies spüren auch Suzlon und Repower. Seit fünf Quartalen schreibt der von Tulsi Tanti gegründete Konzern, der zu den größten fünf Herstellern von Windkraftanlagen weltweit gehört, rote Zahlen. Neben Projektverschiebungen trugen im vergangenen Jahresviertel vor allem Währungseffekte zum Verlust von 195 Mio.Dollar bei. Der Euro hat gegenüber der indischen Rupie deutlich an Wert verloren, die Abhängigkeit vom europäischen Markt wird zur Belastung. Und diese wird weiter steigen: Von dem Auftragsbestand von fünf Mrd. Dollar entfallen drei Mrd. Dollar auf die deutsche Tochter.

Auch bei Repower schrumpfte der Umsatz in den Monaten April bis Juni – um ein Drittel auf 213 Mio. Euro, auch das Ergebnis gab deutlich nach. Die Hamburger begründeten dies mit Verzögerung bei der Umsetzung neuer Windparkprojekte. Im Jahresverlauf will Repower die Verschiebungen aufholen, der Umsatz soll auf bis zu 1,6 Mrd. Euro steigen. Im vergangenen Geschäftsjahr hatte der Konzern noch 1,3 Mrd. Euro umgesetzt.

Angesichts der anhaltenden Verluste musste Suzlon seine Pläne aufgeben, Repower komplett zu erwerben und von der Börse zu nehmen. Der Plan scheiterte jedoch auch an aggressiven Investoren, die einen deutlichen Preisaufschlag für ihre Repower-Titel verlangt haben. Aus Kreisen dieser Gruppe hieß es, dass pro Aktie ein Bewertung von mindestens 200 Euro angemessen wäre. In den vergangenen Tagen pendelte der Kurs um die Marke von 108 Euro. Die Investoren kommen auf einen Anteil von über fünf Prozent, ohne sie kann Suzlon also nicht die für einen Squeeze-Out nötigen 95 Prozent erreichen.

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