Suzlon gewinnt Bieterstreit
Inder übernehmen deutsche Repower

Am Donnerstagabend hatte es so ausgesehen, als sei der Bieterstreit zwischen Franzosen und Indern um den deutschen Windturbinen-Bauer Repower mit einem Unentschieden geendet. Einen Tag später stellt sich die Lage ganz anders dar. Der indische Konkurrent Suzlon übernimmt die Macht und stellt bereits Forderungen.

mjh/HB DÜSSELDORF. Suzlon übernehme das Hamburger Unternehmen zum Barpreis von 1,3 Mrd. Euro, teilte Suzlon-Chef Tulsi Tanti am Freitagmorgen mit. Der Gesamtbetrag soll über einen Zeitraum von drei Jahren gezahlt werden. "Wenn wir aber im Voraus 250 Millionen Euro zahlten, haben wir ab dem ersten Tag die Kontrolle über das Unternehmen", sagte Tanti weiter.

Nach der Übernahme will Tanti in den Aufsichtsrat einziehen und den Vorsitz übernehmen. Das sagte er in einer Telefonkonferenz am Freitag. Er erwarte, dass Suzlon nach Abschluss des gesamten Übernahme-Prozesses etwa 70 bis 75 Prozent der Repower-Aktien kontrollieren werde und 25 Prozent in Streubesitz bleiben. Der französische atomkonzern Areva, der mit Suzlon um die Repower-Mehrheit konkurrierte, habe seine Stimmrechte von gut 30 Prozent an Suzlon übertragen, behalte aber die Aktien.

Areva hatte sich am Donnerstag entschlossen, sein Angebot über 140 Euro je Repower-Aktie nicht weiter zu erhöhen. Areva teilte mit, dass das Unternehmen keine Chance mehr gesehen habe, die Aktienmehrheit zu bekommen. Der Rückzug kurz vor dem Ende der Angebotsfrist sei mit Blick auf die hohen Kosten eine pragmatische Entscheidung gewesen, heißt es in Areva-Kreisen. Der Repower-Kurs war in den vergangenen Tagen bis auf 168 Euro geklettert, eine Vervierfachung innerhalb eines Jahres. Suzlon hatte zuletzt 150 Euro je Aktie geboten.

Die Franzosen, die 30 Prozent an Repower halten, werden zunächst weiter an dem Unternehmen beteiligt werden. Außerdem sollen sie in Zukunft der bevorzugte Suzlon-Lieferant im Bereich Stromverteilung und -übertragung werden. Zudem erhält Areva eine gesicherte Ausstiegsmöglichkeit, den dem Unternehmen nach eigenen Angaben eine Einnahme von 350 Mill. Euro garantiert. Suzlon hatte bereits zuvor eine Zusammenarbeit mit Areva angeboten, falls keiner der beiden Bieter eine Mehrheit erreicht. Areva hatte dies aber zunächst abgelehnt.

Der Aktienkurs von Repower brach am Freitag auf Kurse knapp über 150 Euro ein. Nach Angaben aus Finanzkreisen waren zuletzt mehr als 30 Prozent der Aktien im Besitz von Hedge-Fonds, die darauf spekuliert hatten, dass die beiden Bieter ihre Angebote nochmals erhöhen.

Suzlon belegt mit einem Anteil von 7,7 Prozent Platz fünf der Weltrangliste der Windkraftanlagen-Hersteller, Repower mit 3,2 Prozent Platz acht. Durch ihren Zusammenschluss schieben sie sich näher an den Branchenvierten Enercon heran; das norddeutsche Unternehmen kommt auf 15,2 Prozent Weltmarktanteil. Experten prognostizieren der Branche ein rasantes Wachstum. Bei den Anstrengungen zur Verbesserung des Klimaschutzes fördern immer mehr Länder den Ausbau der CO2-freien Windenergie. Das größte Wachstum sagen Experten den USA und Asien voraus. In Asien ist Suzlon bereits der führende Anbieter.

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