Synegnta und Chemchina Mega-Übernahme soll im Frühjahr über die Bühne gehen

Der Abschluss der Übernahme von Syngenta durch Chemchina rückt näher. Syngenta-Chef Erik Fyrwald kündigt den Vollzug für das zweite Quartal an – Widerstand von den Behörden erwartet er nicht mehr.
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Die Konsolidierung der weltweiten Pflanzenschutz- und Saatgutbranche schreitet voran. Quelle: Reuters
Maispflanzen im Syngenta-Forschungszentrum in Peking

Die Konsolidierung der weltweiten Pflanzenschutz- und Saatgutbranche schreitet voran.

(Foto: Reuters)

ZürichDie Aktionäre des Schweizer Agrarchemiekonzerns Syngenta dürfen mehr als ein Jahr nach dem Übernahmeangebot von Chemchina mit einem Abschluss des Deals rechnen. Konzernchef Erik Fyrwald stellte am Mittwoch den Vollzug der 43 Milliarden Dollar schweren Transaktion für das zweite Quartal in Aussicht und rechnet nicht mit einer weiteren Verzögerung. Die für den Deal ausschlaggebenden Genehmigungsprozesse in den USA und der EU machten gute Fortschritte, sagte Fyrwald am Mittwoch der Nachrichtenagentur Reuters. Er sei auch überzeugt, dass das chinesische Handelsministerium (MOFCOM) zustimmen werde. „Das wird keine Verzögerung verursachen.“

Ursprünglich wollten die beiden Konzerne den größten Auslandszukauf eines chinesischen Unternehmens bereits vergangenes Jahr in trockenen Tüchern haben. In Europa war das Vorhaben bei den Kartellwächtern dann aber auf Skepsis gestoßen, weil die Transaktion zu höheren Preisen und geringerer Auswahl für die Bauern führen könnte. Hintergrund ist die laufende Konsolidierungswelle in der weltweiten Pflanzenschutz- und Saatgutbranche: So will Bayer Monsanto schlucken und auch die US-Chemieriesen DuPont und Dow Chemical haben einen Zusammenschluss angekündigt. Kommen alle diese Deals zustande, teilen sich mit BASF vier Riesen den Markt weltweit auf.

Insidern zufolge werden die EU-Behörden den Weg im kommenden Monat frei machen und in den USA wird mit einer raschen Genehmigung gerechnet, denn Chemchina macht in den USA nur wenig Umsatz. Die Brückenfinanzierung für den Deal stehe unwiderruflich, sagte Syngenta-Finanzchef Mark Patrick.

Das sind die dicksten Deals 2016
Platz 12: Microsoft kauft LinkedIn
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Das soziale Netzwerk LinkedIn richtet sich hauptsächlich an professionelle Kunden, die Geschäftsbeziehungen pflegen oder knüpfen möchten. Im Juni erklärte Microsoft, das Unternehmen für 25 Milliarden Euro kaufen zu wollen.

Quelle: Dealogic

Platz 11: Abbott Laboratories kauft St Jude Medical
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Das große Fusionsfieber in der Pharmabranche scheint etwas abgeflaut. Die Übernahme von St. Jude Medical durch Abbott Laboratories für 27,1 Milliarden Dollar zählt dennoch zu den größten Deals 2016. St. Jude stellt medizinische Geräte für Krankheiten des Herzens und des Nervensystems wie Herzschrittmacher oder implantierte Defibrillatoren her. Benannt ist das Unternehmen nach dem Apostel Judas Thaddäus, dem Schutzpatron der hoffnungslosen Fälle.

Platz 10: Softbank kauft ARM Holdings
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Im Juli wurde die Übernahme angekündigt, im September war sie perfekt: Für 28,7 Milliarden Euro übernahm der japanische Mobilfunkriese Softbank den britischen IT-Konzern ARM Limited. ARM soll als eigenständiges Unternehmen allerdings bestehen bleiben, auch das Personal soll aufgestockt werden.

Platz 9: General Electric kauft Baker Hughes
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Am Ende war der Widerstand zu stark: Im Mai 2016 scheiterte die 28 Milliarden Euro schwere Fusion der Öldienstleister Halliburton und Baker Hughes am Widerstand US-amerikanischer und europäischer Kartellbehörden. Im Oktober kündigte dann der US-Industrieriese General Electric an, Baker Hughes für 29,3 Milliarden Euro zu übernehmen und sein Öl- und Gasgeschäft mit dem Ölfeldausrüster zusammenzulegen. Eine Entscheidung gegen den Trend: Die Energiebranche steckt angesichts niedriger Ölpreise bereits seit 2015 in einer Dauerkrise.

Platz 8: Centurylink kauft Level 3 Communications
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Im Oktober 2016 gab der US-Telekomkonzern Centurylink bekannt, den Telekomdienstleister Level 3 Communications für 30,6 Milliarden Euro zu übernehmen. Level 3 betreibt ein Glasfasernetz von 120.000 Kilometern Länge, mehrere Backbones und vier transatlantische Verbindungen von Europa nach Nordamerika. Im Rahmen der NSA-Affäre geriet das Unternehmen in Verdacht, Daten deutscher Nutzer an US-Geheimdienste weitergegeben zu haben, dementierte die Vorwürfe jedoch.

Platz 7: Enbridge kauft Spectra Energy
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Der kanadische Konzern Enbridge ist der größte Pipelinebetreiber der Welt. Im September kündete das Unternehmen an, den US-Rivalen Spectra Energy übernehmen zu wollen. Die Finanzplattform Dealogic misst dem Deal einen Wert von 38,5 Milliarden Euro zu.

Platz 6: Chemchina kauft Syngenta
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Chinesische Staatskonzerne gerieten 2016 in einen regelrechten Kaufrausch, auch in Deutschland gingen die Asiaten auf Shoppingtour. Mit dem ersten Megadeal des Jahres fuhr Chemchina allerdings gleich mal einem deutschen Industriegiganten in die Parade: Anfang Februar kündigte die China National Chemical Corporation die Übernahme des Agrochemiekonzerns Syngenta an – und schnappte die Schweizer damit BASF unter der Nase weg. Dealogic bewertet den Deal mit 43 Milliarden Euro.

Dass die Transaktion durch einen Zusammenschluss der Chinesen mit einer anderen Firma in Gefahr geraten könnte, befürchtet Syngenta-Chef Fyrwald nicht. „Ich spreche persönlich mit Chemchina-Präsident Ren Jianxin“, sagte Fyrwald. „Uns wurde wiederholt versichert, es gebe gegenwärtig keine Gespräche mit anderen über eine Fusion in China.“ Der Staatskonzern war bereits im Januar Berichten über eine Übernahme des heimischen Rivalen Sinochem entgegengetreten.

Im vergangenen Jahr sank der Gewinn des Pflanzenschutz-Weltmarktführers aus Basel in einem für die Branche anhaltend schwierigen Umfeld um zwölf Prozent auf 1,2 Milliarden Dollar. Der Umsatz ging um fünf Prozent auf 12,8 Milliarden Dollar zurück. Eine Dividende fällt aus, eine Ausschüttung würde nämlich vom Angebotspreis von 465 Dollar je Aktie abgezogen. Chemchina hat den Eigentümern vor einem Jahr allerdings noch eine Sonderdividende von fünf Franken je Aktie beim Abschluss der Transaktion versprochen.

  • rtr
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