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11.02.2005 
Schweizer Pflanzenschutzkonzern übertrifft 2004 die Erwartungen der Analysten

Syngenta geht gestärkt in Konkurrenzkampf mit Monsanto

von Andreas Bohne, Handelsblatt

Der Schweizer Pflanzenschutzkonzern Syngenta hat 2004 erheblich mehr verdient als erwartet und will seine Dividende um knapp zwei Drittel aufstocken. Vorstandschef Michael Pragnell bezeichnete das Resultat gestern als Ergebnis harter Arbeit seit Bildung des Konzerns vor gut vier Jahren. Aber auch die kräftige Erholung der Agrarmärkte habe zu Syngentas Wachstum beigetragen.

Der Schweizer Pflanzenschutzkonzern Syngenta hat 2004 Gewinne erzielt.

Der Schweizer Pflanzenschutzkonzern Syngenta hat 2004 Gewinne erzielt.

HB DÜSSELDORF. „Im vergangenen Jahr haben wir auf nahezu allen unseren Märkten große Fortschritte gemacht, vor allem in Europa“, sagte Pragnell im Gespräch mit dem Handelsblatt. „Wir haben ein Ausnahmeergebnis erzielt, und es ist klar, dass dies nicht das Niveau sein kann, von dem aus wir nun in gleichem Ausmaß weiter wachsen wollen.“ Doch bekräftigte Pragnell die Absicht, den Gewinn je Aktie in den nächsten Jahren jeweils um deutlich über zehn Prozent zu steigern. Syngenta wolle den Aktionären bis Ende 2006 zudem über eine Mrd. Dollar zurückgeben. Die Dividende für 2004 von 2,70 Schweizer Franken (sfr), formal eine Teilrückzahlung des Nennwerts der Aktie, gehöre zu dem Programm. Der Analystin Andrea Baiker von der Zürcher Kantonalbank zufolge bringt die Nennwert-Rückzahlung den Aktionären Steuervorteile.

Syngenta wies für 2004 um elf Prozent auf knapp 7,3 Mrd. Dollar gestiegene Erlöse aus – die Gruppe bilanziert in der US-Währung. Die laufenden Erträge wuchsen um ein Drittel auf 895 Mill. Euro. Der Jahresüberschuss legte um 124 Prozent auf 762 Mill. Euro zu – auch als Folge einer Steueroptimierung.

Die Zahlen übertrafen die Erwartungen am Kapitalmarkt, Syngentas Kurs stieg um knapp zwei Prozent auf 127,80 sfr. „Das Ergebnis beeindruckt, besonders der Cash flow, und Syngenta hat trotz der Zukäufe die Schulden gesenkt“, sagte Bank-Sarasin-Analyst Bernd Pomrehn.

Syngenta hatte sich im vergangenen Sommer durch den Kauf der US-Getreidesaatgutmarken „Garst“ und „Golden Harvest“ für 500 Mill. Dollar und eine Allianz mit Delta & Pine Land bei Baumwolle massiv verstärkt. „Die Zukäufe werden schon 2005 unsere Gewinne steigern“, sagte Pragnell. Syngenta setzt darauf, den US-Farmern nicht nur genveränderte Pflanzensysteme, sondern ein komplettes Pflanzenschutzpaket anzubieten. „Mit Garst und Golden Harvest haben wir jetzt die Plattform dafür“, sagte Pragnell.

Allerdings verschärft sich der Wettbewerb bei den Ackerpflanzen Mais und Soja in den USA derzeit heftig, wie Agro-Analyst Heinz Müller von der DZ-Bank beobachtet. Syngenta erklärt den unterproportionalen Umsatzanstieg dieser Geschäfte vor allem gegen Ende 2004 damit, dass sich in den USA die Nachfrage stets aufs erste Halbjahr konzentriere – so hätten die erworbenen Marken auch bisher kaum Umsatzbeiträge geliefert.

Lesen Sie weiter auf Seite 2:Syngenta hat mit ihren Zukäufen den Wettbewerber Monsanto Co.frontal angegriffen.

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