Syngenta und Monsanto
Nächste harte Runde im Fusionskampf

Syngenta kämpft mit widrigen Wechselkursen. Vor allem aber wehrt sich der Schweizer Chemiekonzern mit Händen und Füßen gegen die Übernahme durch Monsanto. Syngenta-Chef Mike Mack sendet eine Kampfansage an den Rivalen.
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FrankfurtEin Zwischenerfolg, aber keineswegs ein Befreiungsschlag. So interpretieren Experten die jüngsten, relativ guten Quartalszahlen des Baseler Agrochemie-Konzerns Syngenta, der sich in der größten Übernahmeschlacht der Chemiebranche gegen eine 45 Milliarden Dollar schwere Kaufofferte des US-Konkurrenten Monsanto zur Wehr setzt.

Sie geben dem Syngenta-Management nach Ansicht etlicher Analysten zumindest eine gewisse Argumentationshilfe für die Forderung nach einer höheren Bewertung, werden den Druck von Investorenseite zur Aufnahme von Gesprächen mit dem US-Angreifer aber nicht wesentlich mindern. Der größte Übernahmekampf in der Chemiebranche geht damit in die nächste Runde.

Der Schweizer Pflanzenschutz- und Saatguthersteller Syngenta, der in Dollar bilanziert, meldete für das erste Halbjahr zwar einen Umsatzrückgang um zehn Prozent auf 7,6 Milliarden Dollar und einen Nettogewinn, der mit 1,2 Milliarden Dollar um zwölf Prozent unter den Vorjahreswerten lag. Er konnte damit aber die Markterwartungen um etwa fünf bis acht Prozent übertreffen. Zudem gehen die Einbußen fast ausschließlich auf das Konto der Dollaraufwertung, die Syngenta besonders stark zu schaffen macht. Der Betriebsgewinn vor Abschreibungen (Ebitda) sank nominell zwar um fünf Prozent, wäre bei konstanten Kursen nach Angaben von Syngenta aber um gut ein Fünftel höher gewesen als im Vorjahr.

Die relativ kräftige Steigerung der bereinigten Ebitda-Marge um etwa 1,4 Punkte im aktuell eher schwierigen Umfeld auf den Agrarmärkten sei eine gute Leistung, so Chemieanalyst Bernd Pomrehn von Mainfirst. „Das stärkt die Position gegenüber Monsanto.“ Dass der Aktienkurs trotzdem um fast zwei Prozent auf unter 400 Franken nachgab, wertet er als Indiz dafür, dass der Markt nach den relativ starken Zahlen etwas weniger an einen Deal glaubt.

Aus Sicht der Züricher Kantonalbank verbessern die Zahlen die Hoffnung auf ein besseres Angebot von Monsanto. Markus Mayer, Chemieexperte von Helvea Baader schätzt, dass Monsanto den Schweizer Konzern zunächst mit dem Angebot einer höherer Barkomponente an den Verhandlungstisch zwingen könnte, und anschließend einen Deal mit einem etwas höheren Preis perfekt machen könnte.

Bisher hat der US-Konzern eine Übernahme zum Preis von 449 Franken je Aktie vorgeschlagen, wovon er rund 55 Prozent in eigenen Aktien bezahlen will. Agenturberichten zufolge genießt Monsanto dabei die Unterstützung des Hedgefonds-Gurus John Paulson, der ein größeres Paket an Syngenta-Aktien erworben habe. Beide Seiten haben in den vergangenen Wochen bei Investoren intensiv für ihre Position geworben.

Aus dem Zusammenschluss würde nach Plänen von Monsanto der mit Abstand größte Anbieter von Saatgut und Pflanzenschutzmitteln hervorgehen, mit deutlichen Vorteilen für die Entwicklung kombinierte Lösungen und Produkte für die Landwirte. Und der US-Konzern lässt nicht locker.

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„Syngenta hat keinen langfristigen Plan“

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