Syngenta vor Übernahme: Chinas Chemieriese greift nach dem größten Unkrautvernichter

Syngenta vor Übernahme
Chinas Chemieriese greift nach dem größten Unkrautvernichter

43 Milliarden Dollar will Chemchina für den Schweizer Agrarchemiekonzern Syngenta auf den Tisch legen. Der Deal des Staatskonzern würde neue Maßstäbe setzen: Es wäre der bislang größte chinesische Zukauf im Ausland.

Peking/BaselDer größte chinesische Chemiekonzern Chemchina will den Schweizer Agrarchemie-Anbieter Syngenta übernehmen. Dies teilten beide Unternehmen am Mittwoch mit. Die staatliche China National Chemical Corporation - kurz Chemchina - bietet 465 US-Dollar je Syngenta-Aktie in bar plus Dividenden.

Damit wird der Schweizer Konzern mit über 43 Milliarden US-Dollar bewertet. Wenn Aktionäre und Behörden der Übernahme zustimmen, wäre es der bisher größte chinesische Zukauf im Ausland. Die Angebotsfrist beginne am 4. April und dauere einschließlich Nachfrist bis zum 23. Mai. Die Offerte ist an die Bedingung geknüpft, dass mindestens 67 Prozent der Aktien angedient werden.

„Die Transaktion ermöglicht weiteres Wachstum, speziell in China und weiteren Schwellenländern, sowie langfristige Investitionen in Innovation“, warb Syngenta-Präsident Michel Demare am Mittwoch für das Angebot der Chinesen. Das von den Aktionären heftig kritisierte Syngenta-Management soll an Bord bleiben.

Mit größeren Widerständen der Aufsichtsbehörden rechnet Syngenta nicht, sagte Konzernchef John Ramsay. Bis Ende 2016 soll die Transaktion in trockenen Tüchern sein. Längerfristig solle Syngenta wieder an die Börse kommen. 2015 sackte der Gewinn des weltgrößten Produzenten von Mitteln gegen Insektenbefall, Unkraut und Pilze auf den Tisch um 17 Prozent auf 1,34 Milliarden Dollar ab.

Bereits seit einiger Zeit hatte es Spekulationen über einen entsprechenden Deal gegeben. Im August wies der Verwaltungsrat von Syngenta eine 46 Milliarden US-Dollar schwere Übernahmeofferte des US-Konkurrenten Monsanto zurück.

Der vor allem für seine gentechnisch veränderten Maissorten bekannte US-Konzern wollte Syngenta für 47 Milliarden Dollar schlucken. Die darauffolgende Talfahrt der Aktien und die schwache Branchenkonjunktur setzten die Syngenta-Spitze allerdings unter Druck und Ende 2015 kam der Sinneswandel beim Management. Angesichts der Erwartungen der Aktionäre sei ein Alleingang kaum noch möglich, hatte Syngenta-Präsident Demare im Dezember erklärt.

Für Syngenta selbst schwanden die Chancen auf einen Zukauf zusehends. Der im Dezember auf den Weg gebrachte Zusammenschluss von Dow Chemical und Dupont schafft zudem in der Agrarchemie einen neuen Branchenriesen. Mit 130 Milliarden Dollar ist es die größte Chemiefusion aller Zeiten. Bislang abseits stehen die deutschen Chemieriesen BASF und Bayer.

Syngenta entstand im Jahr 2000 aus der Fusion der Agrarchemie-Sparten der beiden Pharmakonzern Novartis und Astra-Zeneca und ist an der Börse aktuell 36 Milliarden Dollar wert.

Agentur
Reuters 
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dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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