Industrie

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T-Systems: Telekom will bis zu 6000 Jobs streichen

exklusivKeine guten Nachrichten für die Telekom-Tochter T-Systems: Ihr steht offenbar ein radikaler Umbau bevor. Die Gewerkschaften fürchten erstmals in der Geschichte des Konzerns auch betriebsbedingte Kündigungen.

Der künftige Konzernchef Timotheus Höttges: Zu geringe Renditen im Kerngeschäft von T-Systems. Quelle: dpa
Der künftige Konzernchef Timotheus Höttges: Zu geringe Renditen im Kerngeschäft von T-Systems. Quelle: dpa

DüsseldorfDer Telekom-Tochter T-Systems steht ein radikaler Umbau bevor, wie das Handelsblatt (Montagsausgabe, der Artikel zum Download im Kaufhaus der Weltwirtschaft) berichtet. Rund 6000 – Gewerkschaften fürchten sogar 8000 Stellen- könnten durch der Neuausrichtung der IT-und Großkundensparte des Bonners Konzerns gestrichen werden. Der Vorstand des Bonner Konzerns will nach Informationen des Handelsblatts entsprechende Pläne dem Aufsichtsrat schon auf der nächsten Sitzung am 12. Dezember vorlegen.

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Die Gewerkschaften fürchten erstmals in der Geschichte der Telekom auch betriebsbedingte Kündigungen und kündigten entsprechenden Widerstand an. „Wenn das so ist, machen wir das nicht mit“, sagte Verdi-Bundesvorstand und Telekom-Aufsichtsrat-Vize Lothar Schröder dem Handelsblatt.

Fakten zur Telekom

  • Nummer eins in Europa

    Die Deutsche Telekom ist mit einem Jahresumsatz von über 60 Milliarden Euro das größte europäische Telekommunikationsunternehmen. Die drei Säulen des Konzerns sind Festnetz, Mobilfunk und die Großkundensparte T-Systems.

  • Ein Erbe der Bundespost

    Hervorgegangen ist der Konzern aus der Deutschen Bundespost. Um das Staatsunternehmen wettbewerbsfähig zu machen, wurde es von 1989 an in die Geschäftsbereiche Telekom, Postdienst und Postbank aufgeteilt und schrittweise privatisiert. Seit 1995 ist die Deutsche Telekom eine Aktiengesellschaft.

  • Ein Global Player ...

    Der erste Vorstandsvorsitzende Ron Sommer versuchte, den ehemaligen Staatsbetrieb mit Zukäufen in aller Welt zum „Global Player“ zu machen. Heute ist die Deutsche Telekom in etwa 50 Ländern vertreten und erlöst mehr als die Hälfte ihres Umsatzes im Ausland. Weltweit beschäftigt sie knapp 230.000 Menschen, in Deutschland sind es 67.000 Beschäftigte.

  • ... mit Problemen in den USA

    T-Mobile USA kommt nicht an die Marktführer AT&T und Verizon heran und litt lange unter einem Schwund von Vertragskunden. Nun setzt das Unternehmen seine Hoffnungen auf den Zusammenschluss mit dem Wettbewerber MetroPCS. Es gibt erste Anzeichen dafür, dass die neue Strategie verfängt, die Kundenzahl ist zuletzt wieder deutlich gewachsen.

T-Systems gilt schon seit Jahren als Sorgenkind des Konzerns. Die Telekom-Tochter übernimmt und managt die IT-Sparte von Großkonzernen wie Shell. Doch das Geschäft ist wettbewerbsintensiv und wirft nur geringe Gewinne ab. Künftig will sich T-Systems stärker digitalen Geschäftsfelder zuwenden, wie Cloud-Services und Plattformen. Hier verspricht sich T-Systems-Chef Reinhard Clemens gleich zweistellige Gewinnmargen.

Im Kaufhaus der Weltwirtschaft Künftiger Telekom-Chef greift hart durch

Noch nicht Chef der Telekom, aber schon an der Macht: Timotheus Höttges zaudert nicht. Er will bis zu 6000 Jobs bei der Konzerntochter T-Systems streichen. Damit brüskiert er die Gewerkschaft. Die Hintergründe.

Das Outsourcing-Geschäft wird als zweites Standbein beibehalten, der Konzern will sich aber von ganzen Bereichen trennen. Auch mehrere Auslandstöchter stehen auf dem Prüfstand: So gibt es Überleguzngen, sich vom Spaniengeschäft zu trennen, die Tochter in Frankreich muss schrumpfen.

Anm. d. Red.: Die Überschrift hatte zunächt auf 8000 Stellen verwiesen, das entspricht der Befürchtung der Gewerkschaft. Die 6000 Stellen entsprechen der Planung der Telekom. (11:30 Uhr)

  • 03.12.2013, 17:46 UhrTelekomiker

    Das trifft den Nagel auf den Kopf !

  • 02.12.2013, 17:17 Uhrblatthandel23

    das T-Systems portfolio ist doch über die letzten 10 Jahre historisch aus drei in-house it-service providern zusammengewachsen und nie richtig fokussiert worden. auch konnte noch kein nachhaltiges globales liefermodell geschaffen werden (der Kunde will nun mal nur einen onsite/offshore mix von 20/80 für viele standard services bezahlen). daher ist die Profitabilität negativ und der Umsatz wächst unter marktniveau. das diese situation nicht nachhaltig zum erfolg im Wettbewerb führt ist doch klar. daher fokussiert man sich jetzt auf profitables Geschäft und richtet sich nach vorne auf zukunftsträchtige Geschäftsfelder aus. in diese neuen Geschäftsfelder werden alle Mitarbeiter aus nicht-profitablen Feldern hinentwickelt. alle die nicht in die neuen Geschäftsfelder entwickelt werden können, werden sozialverträglich in den Arbeitsmarkt begleitet. jedem der den markt und die unternehmen ein wenig kennt, wird das nachvollziehen können. die Konsequenz das nicht zu tun, ist den laden irgendwann abzuwickeln, denn eine defizitäre business unit ohne strategische Relevanz für das Kerngeschäft kann kein unternehmen sich leisten.

  • 02.12.2013, 15:39 UhrRichie

    Endlich greift die Telekom das brisante Thema "Fachkräftemangel" auf und leistet ihren Beitrag um dem entgegen zugehen.
    Danke!
    Weiter so!

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