Tabak-Riese Altria erwägt Abspaltung des Auslandsgeschäfts

Der Tabak-Riese Altria Group will laut Medienberichten am Mittwoch über eine Abspaltung der internationalen Zigarettensparte entscheiden. Damit könnte die Expansion im Ausland spürbar vorangetrieben werden.
Der Tabak-Multi erwägt eine neue internationale Strategie. Foto: ap Quelle: ap

Der Tabak-Multi erwägt eine neue internationale Strategie. Foto: ap

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HB NEW YORK. Der Verwaltungsrat der Altria Group, der Muttergesellschaft der Philip Morris USA und der Philip Morris International, will am Mittwoch über eine Abspaltung der internationalen Zigarettensparte entscheiden. Dies hat die „New York Times“ am Samstag in ihrer Onlineausgabe berichtet. Altria nahm nach Angaben der Zeitung keine Stellung. Altria verfügt mit Marlboro über die absatzstärkste Zigarettenmarke.

Das amerikanische Geschäft belastete den Altria-Aktienkurs nach Darstellung der Zeitung wegen der Angst vor weiteren Raucherklagen, Sorge vor einem Eingriff der Regierung und wegen des rückläufigen US- Zigarettenverkaufs.

Durch eine Trennung der beiden Firmen könnte Philip Morris International im Ausland durch Innovationen und Akquisitionen aggressiver expandieren. Philip Morris USA könnte seinerseits durch Übernahmen expandieren, möglicherweise durch Akquisitionen anderer Zigarettenfirmen. Die Gesellschaft könnte sich auch auf neue Produkte wie Kautabak konzentrieren. Die Altria Group würde wahrscheinlich die Holdinggesellschaft für die Philip Morris USA bleiben und für die 29- prozentige Beteiligung an dem Brauereikonzern SABMiller, schrieb die „New York Times“.

Philip Morris USA kontrolliert demnach 51 Prozent des amerikanischen Zigarettenmarktes und hat im vergangenen Jahr 18 Milliarden Dollar umgesetzt. Die US-Zigarettennachfrage gebe jährlich um ein bis zwei Prozent nach. Philip Morris International habe im vergangenen Jahr 48 Milliarden Dollar umgesetzt. Die Gesellschaft könne mit einem Marktanteil von nur 15 Prozent schneller wachsen. Altria hatte sich bereits von der Kraft Foods getrennt, dem zweitgrößten Lebensmittelkonzern der Welt. Die Altria-Aktionäre hatten 0,69 Kraft-Aktien je Altria-Anteil erhalten.

Altria hatte im Juni angekündigt, dass in den USA keine Zigaretten mehr für den Weltmarkt produziert werden sollen. Bis Ende 2010 soll ein Werk in Cabarrus (North Carolina) mit 2500 Beschäftigten geschlossen werden. Die Herstellung von Zigaretten, die für den Markt außerhalb der USA bestimmt sind, bislang aber noch im Inland gefertigt werden, solle zum dritten Quartal 2008 nach Europa verlagert werden. Dabei geht es um ein Produktionsvolumen von 57 Milliarden Zigaretten.

Altria hatte den Umsatz in den ersten sechs Monaten dieses Jahres gegenüber der entsprechenden Vorjahreszeit um 8,9 Prozent auf 36,4 Milliarden Dollar erhöht. Der Gewinn war um 19,8 Prozent auf 5,0 Milliarden Dollar gefallen.

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