Tabakbranche
Raucher tun etwas für den Staatshaushalt

Sechs Milliarden Euro - und das allein im dritten Quartal: Deutschlands Raucher zahlen wieder mehr Steuern als zuletzt. Die angekündigte Preiserhöhung führe wohl dazu, dass Zigaretten gebunkert werden. Die Branche freut sich.
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HB WIESBADEN. Nach Rückgängen im ersten Halbjahr haben die Raucher in Deutschland wieder mehr für ihre Sucht ausgegeben. Von Juli bis September wurden Tabakwaren im Gesamtwert von knapp 6,1 Mrd. Euro versteuert, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Mittwoch berichtete. Das sei ein Plus von 4,7 Prozent oder 273 Mio. Euro im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. In den beiden Quartalen zuvor war die jeweils zu versteuernde Summe im Tabakhandel um 3,4 Prozent und 6,0 Prozent zurückgegangen.

Als möglichen Grund nannte eine Behördensprecherin eine von der Tabakindustrie im Frühjahr 2009 angekündigte Preiserhöhung, weshalb damals viele Raucher Zigaretten gebunkert hätten. Demzufolge seien die Werte des dritten Quartals 2009 relativ niedrig (minus 7,5 Prozent gegenüber der Vorjahresperiode) ausgefallen, entsprechend hoch die Zuwächse im Vergleichszeitraum 2010. Ein Vertreter des Deutschen Zigarettenverbandes verwies darauf, dass seit dem vergangenen Jahr 19 statt 17 Zigaretten in einer Schachtel sein müssten und damit der Preis automatisch gestiegen sei. Zudem sagte er: "Ich vermute auch, dass gerade in den helleren Monaten mehr draußen geraucht wird."

Lediglich der Wert des zu versteuernden Pfeifentabaks sank den Angaben zufolge von Juli bis September diesen Jahres - um sieben Prozent auf 22,4 Mio. Euro. Insgesamt wurde in dem Quartal Tabaksteuer für 23,5 Mrd. Zigaretten, Zigarren und Zigarillos sowie fast 6900 Tonnen losen Tabaks zum Selberdrehen und Pfeifentabak gezahlt: etwa 3,6 Mrd. Euro. Das entspricht einem Anstieg von 5,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

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