Tabakindustrie
Imperial schielt auf staatliche Tabakfirmen

Der britische Zigarettenhersteller Imperial Tobacco („West“ „Davidoff“) ist in Kauflaune. „Wir sind hungrig auf weitere Akquisitionen. Wir werden aber keine feindlichen Übernahmen vornehmen“, sagte Vorstandschef Gareth Davis dem Handelsblatt. Als mögliche Kaufobjekte sieht er unter anderem diverse staatliche Tabakmonopole, die privatisiert werden sollen.

HAMBURG. Der britische Zigarettenhersteller Imperial Tobacco („West“ „Davidoff“) ist in Kauflaune. „Wir sind hungrig auf weitere Akquisitionen. Wir werden aber keine feindlichen Übernahmen vornehmen“, sagte Vorstandschef Gareth Davis dem Handelsblatt. Als mögliche Kaufobjekte sieht er unter anderem diverse staatliche Tabakmonopole, die privatisiert werden sollen. Dazu gehören unter anderem die türkische Tekel-Gruppe, Eastern Tobacco in Ägypten sowie der Tabakkonzern in Taiwan.

Damit dämpft Davis Spekulationen, der britische Hersteller würde den spanisch-französischen Konkurrenten Altadis übernehmen. Seit Monaten kursieren an der Londoner Börse Gerüchte, Imperial wolle durch den Kauf von Altadis weltweit den Branchendritten Japan Tobacco (JTI) überrunden. „Ich kenne die Spekulationen, werde sie aber nicht kommentieren“, sagte Davis.

Imperial mit rund 15 000 Mitarbeitern ist nach Philip Morris („Marlboro“), British American Tobacco („Lucky Strike“, „Pall Mall“) und JTI weltweit der viertgrößte Zigarettenhersteller. Altadis steht hingegen an sechster Stelle und vertreibt unter anderen die Marken „Gauloises Blondes“ und „Fortuna“. Das spanisch-französischen Unternehmen ist an der Börse mehr als zehn Mrd. Euro wert, Imperial hingegen mehr als 16 Mrd. Euro. Imperial hatte zuletzt 2002 von dem Hamburger Kaffeeröster Tchibo den Zigarettenkonzern Reemtsma für mehr als fünf Mrd. Euro übernommen. Anschließend wurde das Unternehmen mit einem scharfen Sparprogramm auf Rendite getrimmt.

Dass Davis derzeit vor einer Übernahme von Altadis zurückschreckt, ist für Analysten verständlich. „Ich schließe zwar nicht aus, dass Imperial den Konkurrenten Altadis schlucken will. Doch der Deal wäre derzeit sehr teuer“, meint Guilio Lombardi, Experte bei der Londoner Ratingagentur Fitch. Als Grund nennt er, dass bei Imperial die Netto-Verschuldung nach einer Übernahme von Altadis deutlich auf mehr als 17 Mrd. Euro klettern würde. Derzeit sind die Briten mit knapp fünf Mrd. Euro verschuldet.

Imperial will seit längerem stärker international wachsen, da der britische Heimatmarkt seit einigen Jahren stagniert. Zudem leidet der Tabakmulti auch in Deutschland – dem zweitwichtigsten Markt im Konzern – unter erheblichen Absatzproblemen. Grund hierfür ist unter anderem der Wegfall der Steuerermäßigungen für Steckzigaretten, so genannte Sticks. „Wir hoffen, dass wir 2006 in Deutschland wieder wachsen werden“, sagte Davis. Zahlen nannte er aber nicht. Im Geschäftsjahr 2005 (30. Sept.) war der Absatz an Fabrikzigaretten auf 20,9 (23,9) Mrd. Stück zurückgegangen.

Die deutsche Zigarettenindustrie ist allerdings skeptisch, ob sich der Markt erholt. „Der Absatz von Fabrikzigaretten wird auch 2006 weiter zurückgehen“, sagt Wolfgang Hainer, Hauptgeschäftsführer des Verbands der Cigarettenindustrie (VDC). Branchenweit sank der Absatz von 2002 bis 2005 um mehr als 34 Prozent auf 95,8 Mrd. Stück. Grund hierfür war die mehrfache Erhöhung der Tabaksteuer. Sie wurde zuletzt zum September vergangenen Jahres angehoben. Dies führte dazu, dass sich die Fabrikzigarette um 1,2 Cent pro Stück verteuerte.

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