Tabakindustrie
Reemtsma gewinnt und verliert

Wie gewonnen, so zerronnen: Der Hamburger Zigarettenhersteller Reemtsma hat seinen Marktanteil zwar steigern können, wegen des rückläufigen Marktes aber bei Umsatz und Gewinn Einbußen hinnehmen müssen. Der Trend dürfte sich fortsetzen.

HB LONDON/HAMBURG. Durch das ausgezeichnete Ergebnis der preisgünstigen Marke JPS sei der Marktanteil im abgelaufenen Geschäftsjahr 2005/06 (30.9.) von 19,4 auf 20,7 Prozent geklettert, teilte die Reemtsma-Muttergesellschaft Imperial Tobacco am Dienstag in Hamburg mit. Der Umsatz in Deutschland habe sich wegen des rückläufigen Marktes dennoch um sieben Prozent auf 861 Millionen Euro vermindert. In gleichem Umfang ging auch der operative Gewinn auf 404 Millionen Euro zurück.

Durch eine Serie von Steuererhöhungen hat sich der Markt für Fabrikzigaretten in den vergangenen Jahren um ein Drittel verkleinert. Im laufenden Jahr erwartet Reemtsma einen weiteren Rückgang des deutschen Zigarettenmarktes um neun Prozent auf 92 Milliarden Stück. Im Jahr 2002 waren es noch 143 Milliarden Stück. Die Preise erhöhten sich in diesem Zeitraum um rund 50 Prozent und haben damit einen Höchststand erreicht. Wegen der Anhebung der Mehrwertsteuer haben die Tabakkonzerne die Schachtel Zigaretten im Oktober erneut um 20 Cent verteuert.

Nach dem Auslaufen der preisgünstigen „Sticks“ oder „Singles“ deutet sich nach Angaben eines Reemtsma-Sprechers an, dass vor allem der legale und illegale Import von Zigaretten weiter zunimmt. Doch auch die von der Industrie eingeführten Drehtabak-Produkte - bei Reemtsma „West Single Tobacco“ - hätten einen Erfolg versprechenden Start gehabt. Insgesamt war der Markt für Tabakspezialitäten wie Feinschnitt mit 43 Milliarden Zigaretten-Äquivalenten stabil. Der Reemtsma-Anteil in diesem Marktsegment reduzierte sich von 24,2 auf 21,8 Prozent.

Die Reemtsma-Muttergesellschaft Imperial Tobacco steigerte ihren weltweiten Absatz um sieben Prozent auf 187 Milliarden Zigaretten und ihren Umsatz um ein Prozent (ohne Steuern) auf 4,67 Milliarden Euro. Das bereinigte operative Ergebnis kletterte um fünf Prozent auf zwei Milliarden Euro. Imperial-Chef Gareth Davies zeigte sich mit den Ergebnissen des Geschäftsjahres zufrieden und kündigte an, sich weiterhin nach möglichen Zukäufen umzusehen.

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