Tabakkonzerne
Gute Geschäfte mit dem blauen Dunst

Den Tabakmultis weht in westlichen Ländern ein scharfer Wind ins Gesicht. Gleich in mehreren europäischen Ländern wurden Rauchverbote verhängt. Gequalmt werden darf vielerorts nur noch in den eigenen vier Wänden. Die Zigarettenhersteller haben sich darauf eingstellt – und gehen nach Asien und Osteuropa.

PORTLAND/LONDON/DÜSSELDORF. Die weltgrößten Zigarettenhersteller lassen die Restriktionen für Raucher in der westlichen Hemisphäre weitgehend kalt. Konzerne wie Philip Morris, British American Tobacco (BAT) und Imperial Tobacco haben sich auf die gesundheitsbewussten Gesellschaften in Westeuropa und Nordamerika eingestellt: Sie drehen an der Kostenschraube, streichen Stellen in Hochlohnländern wie Deutschland, bauen Fabriken in Niedriglohnländern wie Kasachstan – und weichen auf boomende Märkte in Osteuropa und Asien aus.

Die großen britischen Tabakfirmen BAT, Imperial und Gallaher haben in den vergangenen zehn Jahren mit einer konsequenten Globalisierungsstrategie auf Steuererhöhungen und regulatorischen Einschränkungen in Europa reagiert. Den Lohn dafür fahren sie heute ein: Die wachsenden Verkäufe in Schwellen- und Entwicklungsländern gleichen die Rückgänge in Westeuropa aus. Die Gewinne halten damit aber nicht Schritt: Die erwirtschaften die Konzerne noch immer zum größten Teil in Europa. Kostensenkungen und Preiserhöhungen heben die Margen hier auf ein Niveau, das an das der Pharmabranche heranreicht.

„Unser breites geographisches Profil hat sichergestellt, dass Absatz und Gewinn weiterhin wachsen“, sagt Gareth Davis, Chef von Imperial Tobacco. Die Regulierung breite sich nun allerdings auch in Entwicklungsländern aus. Darum müsse Imperial den Dialog mit den Regierungen überall intensivieren. Der Weltmarkt für Zigaretten blieb 2005 mit geschätzten 5,4 Billionen Stück stabil.

Imperial, gemessen am Umsatz der sechstgrößte Tabakkonzern der Welt, hat vor zehn Jahren noch 80 Prozent seines Erlöses in Großbritannien erwirtschaftet. Heute ist es noch ein Viertel – wobei der Umsatz sich vervierfacht hat. Außerhalb Westeuropas verkauft Imperial heute zwei Drittel seiner Zigaretten, macht aber dort nur 35 Prozent des Umsatzes und 17 Prozent des Gewinns.

Noch internationaler ist der drittgrößte Tabakhersteller, BAT. In mehr als 180 Ländern verkauft er seine Produkte, produziert in 67 Staaten. Die Geschäfte liefen zuletzt glänzend. „Unsere Strategie funktioniert gut, und ich bin mir sicher, dass wir langfristig Gewinnwachstum erzielen können“, sagt BAT-Chairman Jan du Plessis. Um das zu erreichen, reduziert BAT ebenso wie Imperial die Kosten in Westeuropa. Doch du Plessis fürchtet auch, dass die Tendenz zu Rauchverboten mehr Länder ergreift.

Seite 1:

Gute Geschäfte mit dem blauen Dunst

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%