Takata
Mega-Rückruf wegen fehlerhafter Airbags

Es ist der mit Abstand größte Rückruf in der US-Autobranche: Der japanische Autozulieferer Takata muss wegen fehlerhafter Airbags 34 Millionen Fahrzeuge in den USA in die Werkstätten zurückholen.
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New York/TokioDramatische Entwicklung für den japanischen Autozulieferer Takata. Die Firma weitete den Rückruf auf Grund fehlerhafter Airbags von 16 auf 34 Millionen Fahrzeuge in den USA aus. Damit muss Takata auf Druck der US-Sicherheitsbehörden nicht nur den mit Abstand größten Rückruf in der US-Autobranche, sondern von allen Konsumprodukten in den USA durchführen. Den traurigen Rekord hielt bislang Schmerzmittel Tylenol von Pharmakonzern Johnson & Johnson, der 1982 rund 31 Millionen Dosen vom Markt nehmen musste.

Die Airbags scheinen aufgrund des defekten Treibgases in Gebieten mit hoher Luftfeuchtigkeit zu explodieren. Bislang werden sechs Tote und mehr als 100 Verletzungen auf die defekten Luftprallsäcke zurückgeführt. Insgesamt haben seit 2013 zehn Autohersteller 17 Millionen Fahrzeuge in den USA zurückgerufen, am schwersten ist der japanische Anbieter Honda betroffen.

Auch BMW rief 2014 insgesamt 140.000 Fahrzeuge der 3-Serie zurück. Die Hersteller beauftragten den Technikspezialisten Orbital ATK, die Airbags in ihren Autos auf ihre Sicherheit zu testen – und besser zu verstehen, warum sie bei hoher Luftfeuchtigkeit nicht funktionieren.

Schon zuvor lag die Zahl der Rückrufe von Autos mit Takata-Bauteilen weltweit bei mehr als 30 Millionen. Bislang sind seit 2008 bereits 25 Millionen Airbag-Auslöser in Form von Gasgeneratoren ausgetauscht worden. Doch so richtig Fahrt nahm die Welle erst im vergangenen Jahr auf, als Takata in den USA unter Beschuss kam.

Die Kosten stürzten Takata im Ende März abgelaufenen Bilanzjahr 2014 mit 29,6 Milliarden Yen (220 Millionen Euro) tief in die Verlustzone und das Unternehmen in eine schwere Krise. Doch wie groß das Interesse der Autoindustrie ist, den Zulieferer am Leben zu halten, machte die Prognose Takatas Anfang Mai deutlich.

Das Unternehmen erwartet nicht nur, seinen globalen Umsatz im neuen Geschäftsjahr um neun Prozent auf umgerechnet 5,2 Milliarden Euro zu erhöhen. Es stellt auch wieder einen Reingewinn von 150 Millionen Euro in Aussicht. Allerdings sind mögliche Kosten für Juristen, Strafgelder und Schadensersatzforderungen noch nicht inbegriffen. Die seien nicht vorhersehbar, sagte Finanzchef Yoichiro Nomura.

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