Talsohle wohl erst 2005 in Sicht
Baubranche steckt in der Krise fest

Der Zentralverband Deutschen Baugewerbe (ZDB) erwartet für 2003 deutlich weniger Bauinvestitionen als noch im Frühjahr. Die seit Mitte der 90-er Jahre kriselnde Bauwirtschaft wird nach ZDB-Einschätzung erst 2005 wieder wachsen.

HB BERLIN. Verbandspräsident Arndt Frauenrath erwartet auch für 2004 weniger Bauinvestitionen. „Wir hoffen darauf, dass sich der Rückgang deutlich verlangsamen wird und wir uns im übernächsten Jahr dann der Talsohle nähern werden“, erklärte Frauenrath am Freitag. Der Zentralverband des Deutschen Baugewerbes (ZDB) bezeichnete 2003 als „rabenschwarzes Baujahr“ und senkte seine Umsatzprognose auf minus sieben Prozent von zuvor knapp minus vier Prozent.

Bei den Bauinvestitionen rechnet der Verband nun mit einem Rückgang von 4,5 % statt der bislang prognostizierten rund zwei Prozent. „Wir werden in diesem Jahr weitere 90 000 Arbeitsplätze verlieren und im Jahresdurchschnitt bei etwa 790 000 liegen“, sagte Frauenrath. Der Stellenabbau werde sich auch beim Erreichen der Talsohle fortsetzen.

In den ersten sieben Monaten des laufenden Jahres lag im Bauhauptgewerbe der Umsatz knapp acht Prozent unter dem Vorjahresniveau. Im gleichen Zeitraum war der Auftragseingang um fast zwölf Prozent niedriger als im Vorjahr. Von einem Ende der Krise kann nach Frauenraths Worten noch keine Rede sein. „Der Silberstreifen am Horizont zeigt sich noch nicht.“

Im öffentlichen Bau erwartet der mittelständisch geprägte ZDB für das laufende Jahr einen Rückgang der Bauinvestitionen um sieben Prozent. Wegen der leeren öffentlichen Kassen sei auch 2004 kaum mit Besserung zu rechnen. Beim Wirtschaftsbau geht der Verband von einem Minus von etwa fünf Prozent aus. Der Wohnungsbau dürfte von positiven Effekten der Debatte um die Eigenheimzulage profitieren. Aber auch für diesen Bereich erwartet der Verband für 2003 ein Minus von 3,5 %. Frauenrath warnte vor Optimismus. Häuslebauer hätten zwar Baugenehmigungen beantragt, um den Anspruch auf die Eigenheimzulage zu bewahren, die die Bundesregierung streichen will. „Ob und wann daraus tatsächliche Bauaufträge resultieren werden, steht in den Sternen“, fügte Frauenrath hinzu.

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