Tankerpoker geht weiter
Lügen und Finten bei Airbus

Airbus-Chef Tom Enders geht offensiv gegen seine französischen Kritiker vor. "Unser größtes Problem sind nicht kulturelle Differenzen, sondern Ansichten und Lügen bestimmter Leute, die ganz klar einen Konflikt zwischen Deutschen und Franzosen anheizen wollen", sagte der Airbus-Chef im Interview mit der französischen Wirtschaftszeitung "La Tribune".

HB MÜNCHEN. Enders reagiert damit auf Vorwürfe in Frankreich, die Deutschen würden Zug um Zug die Macht im Airbus-Hauptquartier Toulouse übernehmen. "Das Airbus - und das EADS-Management wehrt sich gemeinsam gegen diese unverantwortlichen Elemente", sagte Enders der französischen Partnerzeitung des Handelsblatts. Zum besseren Verständnis empfiehlt Enders die Abkehr von Deutsch und Französisch im Unternehmen. "Wir brauchen Englisch als Arbeitssprache nicht nur im Management, sondern auch bei den Arbeitern und Angestellten", fordert der Airbus-Chef.

Die Stimmung bei dem deutsch-französischen Flugzeugbauer ist gereizt. Der Deutsche Enders sieht sich in Frankreich seit Wochen heftigen Angriffen ausgesetzt. Ende Mai beklagte sich die Industrie und Handelskammer Toulouse über "Finten" und "Täuschungen" der Deutschen bei der Airbus-Sanierung und den geplatzten Werksverkäufen. Französische Airbus-Manager forderten anonym die Rückkehr zu nationalen Verantwortlichkeiten, weil die Machtkämpfe mit den Deutschen ungebremst weitergingen.

Für Verwirrung sorgte vergangene Woche EADS-Chef Louis Gallois mit der Äußerung, er wünsche, dass die 2 000 Deutschen, die in Toulouse bei der Verkabelung des Flaggschiffs A380 aushelfen, schnell wieder nach Hause kämen. Gallois ließ diese Aussage ebenso dementieren wie das Gerücht, dass er als EADS-Chef wegen der deutsch-französischen Spannungen zurücktreten wolle.

Enders will trotz der Widerstände den Sanierungsplan "Power 8" durchziehen. Airbus bestreitet zwei Drittel der EADS-Erlöse von 40 Mrd. Euro, doch der schwache Dollar und die Fertigungsprobleme bei dem Riesenairbus A380 und dem Militärtransporter A400M zogen den Flugzeugbauer zuletzt in die roten Zahlen. Bis 2010 wird Airbus 10 000 seiner 55 000 Arbeitsplätze abbauen und will erstmals eine transnationale Firmenstruktur schaffen. Zudem will Airbus verstärkt im Dollar-Raum fertigen und entwickeln.

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