Tankflugzeuge für Südkorea
Airbus und Boeing konkurrieren um Flieger-Deal

Der Job wäre fast eine Milliarde wert – das lockt nicht nur den Luftfahrtkonzern Airbus an: Im Wettrennen um einen südkoreanischen Tankflieger-Auftrag müssen die Europäer Boeing ausstechen – weitere Player klopfen an.
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SeoulAirbus kämpft mit Boeing und dem israelischen Flugzeugbauer IAI um den Auftrag zur Lieferung von Tankflugzeugen an die Luftstreitkräfte Südkoreas. Die Angebote der drei Hersteller seien angenommen worden, teilte die Beschaffungsbehörde (DAPA) des Landes am Dienstag mit. Nach Prüfung der Vorschläge soll der Auftrag bis zum November vergeben werden. Südkorea will nach Berichten südkoreanischer Medien 1,4 Billionen Won (etwa eine Milliarde Euro) für vier neue Tankflieger ausgeben.

Die Airbus Group bewirbt sich mit dem Mehrzweck-Tanker-Transporter (MRTT) A330-200 um den Auftrag, Boeing mit der KC-46 und IAI mit dem Multi-Missions-Tankertansporter (MMTT) B767-300ER.

Die Airbus Group und Boeing bestätigten ihre Bewerbung. Die A330 MRTT sei wegen der niedrigen Betriebskosten, Wachtumskapazität, der geringen Risiken und früher Auslieferung ideal für die Region Asien-Pazifik, hieß es in einer Erklärung des Airbus-Bereichs Airbus Defence and Space. Boeing erklärte, man sei seit mehr als sechs Jahrzehnten ein strategischer und industrieller Partner von Südkorea. Für Südkorea lasse sich die KC-46 in Kampfeinsätzen oder bei humanitären Hilfseinsätzen mit der US-Luftwaffe nahtlos einfügen. Vor drei Jahren siegte Boeing im Rennen um fast 180 Tankflugzeuge für die US-Luftwaffe gegen seinen europäischen Erzrivalen.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Kiene Frage, wer hier wieder das Rennen macht. Das koreanische Verteidigungsministerium schreibt nur pro forma international aus. Den Zuschlag bekommt immer der jeweilige US-amerikanische Anbieter, sofern es einen gibt. Manchmal werden kurz vor Einreichungsfrist noch schnell die Bestellspezifikationen geändert, damit die US-Rüstungsindustrie den Zuschlag bekommen kann. Die USA haben Südkorea seit 2008 verteidigungs- und außenpolitisch wieder fest im Griff und würden einen entgangenen Großauftrag ihrer "Kolonie" nicht tolerieren. Gerade in diesen Jahren, in denen die USA so massiv in das Schüren des Korea-Konflikts investieren mit Truppenverlagerung nach Ostasien, Durchdrücken von (nutzlosen, aber Wut erzeugenden) Sanktionen gegen NK, Großmanövern vor den Augen der Nordkoreaner etc.

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