Tankflugzeuge
Pentagon kommt EADS entgegen

Im Poker um den Bau von Tankflugzeugen für die US-Luftwaffe wendet sich erneut das Blatt. Unter dem Druck von US-Abgeordneten hat das Verteidigungsministerium die Bereitschaft zu Änderungen am Milliardenauftrag für Tankflugzeuge signalisiert. Allerdings droht nun offenbar der Verlust eines Großauftrags aus Europa.
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MÜNCHEN. Die Kritik der Anbieter Northrop Grumman und EADS werde in die Überlegungen einbezogen, sagte der für Beschaffung zuständige Vertreter des Ministeriums, Ashton Carter, in Washington. Änderungen in der Ausschreibung würden nötigenfalls vorgenommen.

Der Spitzenbeamte aus dem Pentagon traf sich mit Abgeordneten aus Alabama, wo Northrop Grumman seinen Sitz hat. Am Donnerstag wird er mit politischen Vertretern aus dem Bundesstaat Washington sprechen, dort hat EADS-Konkurrent Boeing wichtige Fertigungsstätten. Beide Bundesstaaten hoffen auf Arbeitplätze und hohe Steuereinnahmen, wenn ihre Industrien den Auftrag erhalten.

Northrop Grumman und sein europäischer Partner EADS haben zuletzt mit einem Rückzug aus dem Verfahren gedroht, weil die Gestaltung der Ausschreibung den Konkurrenten Boeing bevorzuge. Die von Boeing angebotenen Maschinen vom Typ 767 sind kleiner, dafür aber im Stückpreis billiger als die von EADS und Northrop Grumann angebotenen Versionen des Airbus A330.

Der Auftrag über den Bau der Maschinen hat in der ersten Tranche ein Volumen von rund 30 Mrd. Euro. Das Pentagon will 179 Tankflugzeuge für die US-Luftwaffe bestellen. Northrop und EADS liefern sich seit Jahren ein erbittertes Bietergefecht. Boeing hatte den Auftrag 2003 wegen Korruptionsvorwürfen verloren. 2008 ging der Zuschlag an Northrop und EADS, anschließend kassierte der US-Rechnungshof das Geschäft wegen Verfahrensfehler. Die dritte Runde soll 2010 abgeschlossen werden.

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