Tarifabkommen
Chrysler macht Zugeständnisse an kanadische Mitarbeiter

Die kanadische Automobilarbeitergewerkschaft CAW (Canadian Auto Workers) hat sich am Dienstag mit der Daimler-Chrysler Canada auf ein Tarifabkommen geeinigt. Damit wurde in der Nacht zum Mittwoch ein Streik abgewendet.

HB TORONTO. Das Tarifabkommen sehe „bescheidene Lohn-, Betriebsrenten- und Zusatzleistungssteigerungen vor“ und verbessere die Sicherung der Arbeitsplätze in den Werken Brampton, Windsor und Etobicoke, teilte die Gewerkschaft am Dienstag in Toronto mit. Die kanadischen Chrysler-Arbeiter werden die gleichen Tariferhöhungen wie die Ford-Mitarbeiter erhalten. Diese bekommen im Rahmen ihres kürzlich abgeschlossenen Tarifvertrages in den kommenden drei Jahren Lohnerhöhungen von im ersten Jahr 45 und in den beiden Folgejahren 30 kanadischen Cent pro Stunde. Sie verdienen momentan 31,54 kanadische Dollar (21,66 Euro). Die Krankenversicherung und die Betriebsrenten werden ebenfalls leicht aufgebessert.

Im Gegenzug seien erhebliche Änderungen von Arbeitsplatzregeln ausgehandelt worden, um die Produktivität zu erhöhen. Die schwierigsten Verhandlungen habe es im Hinblick auf die lokale Sicherung von Arbeitsplätzen gegeben, erklärte die Gewerkschaft. Mit Hilfe von Restrukturierungsanreizen für den Frühruhestand sollten Entlassungen vermieden werden.

Die kanadische Daimler-Chrysler-Tochter hatte ursprünglich die Schließung der Gießerei in Etobicoke mit 450 Beschäftigten geplant. Sie bleibt jetzt mit „weniger Arbeitern“ erhalten. Die Automobilwerke Windsor und Brampton sollen im Drei-Schicht-Betrieb laufen. Daimler-Chrysler hatte ursprünglich die Auslagerung von rund 1500 Arbeitsplätzen in Windsor und von 700 Stellen in Brampton gefordert.

Chrysler beschäftigt in Kanada insgesamt 10 600 gewerkschaftlich organisierte Mitarbeiter. Der Tarifvertrag muss noch von den Chrysler-Gewerkschaftsmitliedern in Kanada in einer Urabstimmung gebilligt werden.

Mit General Motors als drittem großen nordamerikanischen Autobauer steht eine Einigung noch aus. GM lehnt eine Übernahme des Tarifvertrages mit Ford - und nun Chrysler - speziell wegen der Aufbesserung der Betriebsrenten ab. GM muss mit 24 000 Rentnern in Kanada deutlich mehr Pensionäre versorgen als Ford (10 000) und Chrysler (9 000).

In den USA will GM die Zuschüsse für Gesundheit und Renten drastisch senken und ringt mit den US-Gewerkschaften seit Monaten um eine Lösung. Allein in diesem Jahr muss GM für diese Kosten etwa 5,6 Mrd. Dollar aufbringen. Dies frisst die Gewinne des Autobauers auf, der im ersten Halbjahr im Kerngeschäft Nordamerika bereits Milliardenverluste verbuchen musste.

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