Tarife
IG Metall droht VW mit Warnstreiks

Bei der IAA blitzt und blinkt die Autowelt für VW schön wie lange nicht. Doch in der Heimat brodelt es: Denn die Tarifverhandlungen bei Volkswagen steuern auf eine Entscheidung zu. „Entweder gibt es in der nächsten Tarifrunde ein Ergebnis oder es gibt Warnstreiks“, sagte IG Metall-Bezirkschef Hartmut Meine.

HB BRAUNSCHWEIG. Die Gewerkschaft lehnte ein vom Autobauer in der dritten Tarifrunde vorgelegtes Angebot als unzureichend ab. Die vierte Tarifrunde am 28. September in Hannover werde der „Tag der Entscheidung“. Die IG Metall fordert für die rund 90 000 Beschäftigten der westdeutschen VW-Standorte mindestens 4,2 Prozent mehr Geld und eine Einmalzahlung.

VW verlangt eine zeitliche Verschiebung eines Teils der Entgelterhöhung sowie eine Verlängerung der Laufzeit des Tarifvertrags auf 14 Monate. Die IG Metall fordert eine Laufzeit von zwölf Monaten. Ein Gewerkschaftssprecher sagte, bei einer Verlängerung auf 14 Monate würde die Entgelterhöhung unter 4,2 Prozent sinken. Dies sei eine „Mogelpackung“.

VW-Verhandlungsführer Jochen Schumm sagte: „Volkswagen hat eine gute Position im Markt, jedoch ist die konjunkturelle Entwicklung schwer einzuschätzen.“ Deshalb schlage das Unternehmen vor, die von der IG Metall geforderte Entgelterhöhung anders zu strukturieren. VW fordert zudem, eine leistungsorientierten Vergütungskomponente einzubeziehen.

In der Tarifrunde geht es zudem um die Themen Altersteilzeit und Ausbildungsplätze. Die IG Metall fordert eine Anschlussregelung zur Altersteilzeit sowie eine erneute Ausbildungsgarantie und Übernahme aller Ausgebildeten in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis.

Die Gewerkschaft kritisierte, VW wolle zwar die Anzahl von jährlich 1250 Ausbildungsplätzen für weitere zwei Jahre garantieren, aber nur 85 Prozent der Ausgebildeten übernehmen. Beim Thema Altersteilzeit sollten die Beschäftigten nach dem Willen von VW einen höheren Beitrag zahlen, um in die Altersteilzeit gehen zu können. Auch dies sei unzureichend.

Meine kritisierte, Volkswagen sei nicht bereit, die Tariferhöhung der Metallindustrie eins zu eins zu übernehmen. Das Angebot müsse nachgebessert werden. „Volkswagen muss bis zur nächsten Tarifrunde eine deutliche Schippe drauflegen.“

Volkswagen schlägt sich derzeit in der schweren Branchenkrise besser als die Konkurrenz. Von Januar bis August 2009 sank der weltweite Konzernabsatz zwar um 2,1 Prozent auf 4,14 Mio. Fahrzeuge - der Weltmarkt ging aber um 14 Prozent zurück. In Deutschland profitierte VW massiv von der Abwrackprämie. Im kommenden Jahr erwartet VW eine Stagnation bei seinem weltweiten Absatz.

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