Tarifrunde IG BCE
Lieber sichere Jobs als mehr Lohn

Die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie und Energie (IG BCE) geht mit einer Doppelforderung in die kommende Tarifrunde der Chemieindustrie. Sie verlangt sowohl höhere Gehälter als auch gleichzeitige Sicherung der Arbeitsplätze.
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BERLIN. Die IG Bergbau, Chemie, Energie (BCE) will ohne konkrete Lohnforderungen in die nächste Tarifrunde gehen. Statt dessen rückt sie die Sicherung der 550 000 Jobs in der Branche und bessere Berufsperspektiven für Jugendliche in den Vordergrund. Eine entsprechenden Empfehlung beschloss gestern der Bundesvorstand der Gewerkschaft in Hamburg. Über die Details beraten die Tarifkommissionen der Gewerkschaft in den Ländern voraussichtlich im Februar. Nach der Metallindustrie zeichnen sich damit in der zweiten großen Exportbranche niedrige Lohnsteigerungen für das nächste Jahr ab.

„Es ist den Tarifpartnern in der chemischen Industrie bislang gelungen, die Krise weitgehend ohne betriebsbedingte Kündigungen zu überstehen. Dabei soll es nach Möglichkeit bleiben,“ begründete der Tarifexperte der Gewerkschaft, Peter Hausmann, die Forderung. Ziel sei es, alle schon jetzt in den Tarifverträgen angelegten Flexibilisierungsspielräume zu nutzen, um Personalabbau zu vermeiden.

Kürzung der Arbeitszeit

So könnten die Betriebe vorübergehend die Wochenarbeitszeit auf bis zu 35 Stunden senken, um Jobs zu sichern. Auch die Einkommen können vorübergehend bis zu zehn Prozent unter Tarifniveau gekürzt werden. Allerdings müssen hier neben der Betriebsleitung und dem Betriebsrat auch die Verbände der Tarifparteien zustimmen. Vorrangig sollen die Unternehmen allerdings weiter auf das Instrument der Kurzarbeit setzen.

„Derzeit machen rund 30 Prozent der Betriebe davon Gebrauch,“ sagte Hausmann. „Die Verlängerung der Kurzarbeit hat sich in der Krise bewährt. Wir begrüßen es deshalb sehr, dass die neue Bundesregierung die Regelung ins nächste Jahr verlängern will,“ sagte Hausmann. Auch ihren Ausbildungstarifvertrag will die Gewerkschaft weiter entwickeln. Hier sei das Ziel, die Zahl der Ausbildungsplätze auf dem erreichen Niveau zu stabilisieren und den Jugendlichen eine ordentliche Berufsperspektive zu eröffnen.

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