Tarifstreit in der Metallbranche
Arbeitgeber stellen sich auf Arbeitskampf ein

Die Arbeitgeber der Metall- und Elektroindustrie wollen im Tarifkonflikt nicht klein beigeben und stellen sich auf einen großen Arbeitskampf ein. Zuvor hatte die IG Metall den Druck auf die Arbeitgeber erhöht. Die Fronten verhärten sich.

HB DÜSSELDORF/HANNOVER. Die Arbeitgeber der Metall- und Elektroindustrie wollen im Tarifkonflikt nicht nachgeben und sehen sich notfalls für eine Streikwelle gerüstet. „Wir werden alles tun, um einen großen Arbeitskampf zu verhindern“, sagte Gesamtmetall-Präsident Martin Kannegiesser in Hannover. „Aber wenn er uns aufgezwungen würde, würden wir uns dem nicht entziehen.“ Die IG Metall droht mit bundesweiten Streiks ab dem 17. November, falls die laufenden Tarifverhandlungen scheitern.

Die Tarifforderungen der Arbeitnehmer empfinden die Arbeitgeber angesichts des konjunkturellen Abschwungs für überhöht. „Niemand weiß, wie lang und wie tief das Tal sein wird“, sagte Kannegießer. Durch die Warnstreiks der vergangenen Tage seien bundesweit 25 000 Arbeitsstunden ausgefallen. Damit werde vor allem kleinen Betrieben empfindlicher Schaden zugefügt.

Die IG Metall fordert für die 3,5 Mio. Beschäftigten der Branche acht Prozent mehr Lohn und Gehalt. Die Arbeitgeber haben bisher 2,1 Prozent für 2009 und eine Einmalzahlung von 0,8 Prozent für November und Dezember 2008 angeboten. Nach der vierten Verhandlungsrunde am kommenden Dienstag (11. November) in Baden-Württemberg will nun der Vorstand der IG Metall noch am selben Tag über das weitere Vorgehen entscheiden, kündigte der Erste Vorsitzende Berthold Huber an. Die Frist für ein verbessertes Angebot der Arbeitgeber laufe. "Am 11. November gibt es eine Einigung oder es kommt zum Arbeitskampf", sagte Huber.

Parallel will die Gewerkschaft mit erneut massiven Warnstreiks ihrer Forderung nach acht Prozent mehr Entgelt Nachdruck verleihen. Allein am Dienstag hatten nach IG-Metall-Angaben 162 000 Beschäftigte kurzzeitig in ganz Deutschland ihre Arbeit niedergelegt. Auch am Mittwoch sind zehntausende Metaller wegen des Tarifkonflikts in der Metall- und Elektroindustrie zu befristeten Arbeitsniederlegungen aufgerufen. Ein Schwerpunkt der Aktionen werden die Werke des Autoherstellers Opel sein.

Die für den kommenden Montag angesetzte Sitzung des IG-Metall- Spitzengremiums wurde nach Hubers Worten um einen Tag verschoben und in die Nähe des Verhandlungsortes in Stuttgart verlegt. Er wolle keinen Streik um jeden Preis, betonte Huber. "Wir sind nicht auf Krawall gebürstet. Wir wollen ein faires und tragfähiges Ergebnis für die Leute und die Betriebe erreichen." Allerdings falle es ihm schwer, das bisherige Angebot der Arbeitgeber überhaupt als solches zu bezeichnen. "Es würde für unsere Mitglieder Reallohnverluste bedeuten." Die Arbeitgeber hatten ebenfalls im Tarifgebiet Baden- Württemberg eine Erhöhung der Entgelte um 2,1 Prozent zuzüglich einer Einmalzahlung angeboten.

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