Tarifstreit
Mitte November drohen bundesweite Streiks

Im Tarifkonflikt der Metallbranche drohen ab Mitte November bundesweite Streiks. Die Arbeitgeber betonen, es soweit nicht kommen zu lassen. Es sind die klassischen Scharmützel in einer außergewöhnlichen Situation. Schließlich droht Deutschland eine Rezession - da sind acht Prozent mehr Lohn eine bemerkenswerte Forderung.

HB DÜSSELDORF. Die IG Metall droht mit bundesweiten Streiks in der Metall- und Elektroindustrie ab dem 17. November, falls die laufenden Tarifverhandlungen scheitern. "Wenn wir am 11. November das Scheitern feststellen sollten, werden wir am 13. in die Urabstimmung gehen und dann am Montag darauf mit Streiks beginnen", sagte der IG-Metall-Bundesvorsitzende Berthold Huber bei einer Protestkundgebung in Neckarsulm. "Wir sind überall auf einen Streik vorbereitet: von Friedrichshafen bis Kiel und von Emden bis Cottbus." Am Mittwoch beteiligten sich nach Angaben der Gewerkschaft bundesweit rund 115 000 Mitarbeiter aus 500 Betrieben an Warnstreiks und Kundgebungen.

Die Arbeitgeber reagierten gelassen. "Wir werden alles tun, um einen großen Arbeitskampf zu verhindern", sagte Gesamtmetall-Präsident Martin Kannegiesser in Hannover. "Aber wenn er uns aufgezwungen würde, würden wir uns dem nicht entziehen." Nachbessern wollen die Arbeitgeber ihr Angebot von 2,1 Prozent für 2009 und 0,8 Prozent für November und Dezember bislang nicht. Die Gewerkschaftsforderung von acht Prozent sei überhöht. "Wir bieten eine Reallohnsicherung an. Das ist ein ausgewogener und durchdachter Lösungsvorschlag", sagte Kannegießer.

Vor 6000 Metallern forderte Huber die Arbeitgeber indes erneut zur Aufbesserung ihres Angebots auf. "Am nächsten Dienstag hat der Arbeitgeberverband Südwestmetall dazu die letzte Chance." Die Arbeitgeber hätten es selbst in der Hand, die IG Metall sei nicht auf Krawall aus, sagte Huber, der die 3,6 Mio. Beschäftigten in der Metall- und Elektroindustrie vertritt. Die Beschäftigten unterstrichen ihre Forderungen erneut mit Protestaktionen etwa bei Audi, Porsche , Daimler, Opel und Ford, Deutz , MAN, Dürr, ZF, Linde sowie zahlreichen mittelständischen metallverarbeitenden Betrieben. Schwerpunkt war Baden-Württemberg mit 40 000 Warnstreikenden, Nordrhein-Westfalen mit 38 000 und der IG Metall-Bezirk Frankfurt mit 20 000.

Um die Belastungen für die Betriebe so gering wie möglich zu halten, setzten die Arbeitgeber weiter auf eine schnelle Einigung, sagte Kannegießer. "Wir gehen nicht in den Schmollwinkel. Wenn wir die Chance auf eine Lösung sehen, wird nächste Woche verhandelt."

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