Tarifverhandlungen bei VW gestartet
Zum Erfolg verurteilt

Bei Volkswagen haben nach monatelanger Sondierung Gespräche über die Sanierung der ertragsschwachen Kernmarke VW begonnen. Dabei geht es ums Ganze. Ein Scheitern der Gespräche können sich weder die Arbeitnehmer, noch der Vorstand leisten.

HB HANNOVER. Das Management kündigte am Freitag zu Beginn der Verhandlungen mit der IG Metall und dem Betriebsrat über eine Sanierung der ertragsschwachen Marke VW konkrete Vorschläge für eine Einigung an. „Wir haben ein Paket vorbereitet, das wir im Zuge dieser Verhandlungen auf den Tisch legen werden“, sagte Personaldirektor Horst Neumann in Hannover. Ziel sei es, mit Einführung der 35-Stunden-Woche die Beschäftigung in allen sechs VW-Werken zu sichern. Enthalten sei auch ein Vorschlag für ein zweites Volumenmodell, dass in dem schwach ausgelasteten Stammwerk in Wolfsburg vom Band rollen soll. Das Stammwerk in Wolfsburg, wo das Erfolgsmodell Golf vom Band läuft, ist nur zu 70 Prozent ausgelastet.

Bei den Verhandlungen stehen Löhne, Arbeitszeiten und Tausende Jobs auf dem Prüfstand. Die Gespräche werden schwierig - davon gehen alle aus. Aber beide Seiten wissen, dass sie sich zusammenraufen müssen. Denn die westdeutschen VW-Werke sind nicht wettbewerbsfähig. Dreistellige Millionenverluste schrieben sie im vorigen Jahr. Neumann erinnerte erneut daran, dass die Arbeitskosten bei VW höher liegen als bei Audi, Mercedes oder Porsche.

Trotz eines sich in diesem Jahr abzeichnenden Absatzrekordes sieht Pischetsrieder keine Alternative zur Sanierung. Die Erträge müssten verbessert werden. 2005 war die Traditionsmarke nur knapp an roten Zahlen vorbeigeschrammt. Um eine Kehrtwende zu erreichen, will der Wolfsburger Autobauer längere Arbeitszeiten, geringere Arbeitskosten und eine höhere Auslastung der Werke durchsetzen. Auch die Komponentenfertigung ist weiterhin Thema.

Kernforderung ist aber die Rückkehr von der Vier-Tage-Woche mit 28,8 Stunden zur 35-Stunden-Woche ohne Lohnausgleich. Die IG Metall forderte zu Beginn der Gespräche eine längere Arbeitsplatzgarantie. „Wir verlangen vom VW-Vorstand heute konkrete und verbindliche Zusagen für alle sechs Werke für Produkte, Investitionen und Auslastungen, um damit eine Arbeitsplatzsicherung auch über das Jahr 2011 hinaus zu gewährleisten“, sagte IG-Metall-Bezirkschef Hartmut Meine. Konkret verlangt die Gewerkschaft unter anderem ein weiteres Modell neben dem Golf für das Stammwerk Wolfsburg.

Personalvorstand Neumann brachte vor Verhandlungsbeginn auch die Einführung einer Gewinnbeteiligung als Teil der Bezahlung ins Gespräch. Er nimmt damit einen Vorstoß von Betriebsratschef Bernd Osterloh auf. Die erfolgsabhängige Bezahlung sei „ein wichtiger Teil des Lösungsweges“, sagte Neumann.

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