Tarifverhandlungen gescheitert
Streiks in Papierindustrie drohen

Die Gewerkschaft Verdi stellt im festgefahrenen Tarifstreit der Papier, Pappe und Kunststoff verarbeitenden Industrie die Weichen für Streiks. Für den 20. bis 24. Juni ist eine Urabstimmung geplant, teilte ein Verdi-Sprecher am Samstag mit.

HB BERLIN. Die Tarifverhandlungen zwischen Verdi und dem Hauptverband der Papier- und Kunststoffverarbeitung (HPV) waren am Freitag ohne Einigung nach der neunten Runde abgebrochen worden. Ein neuer Gesprächstermin wurde nicht vereinbart. Die Arbeitgeber erklärten am Samstag, sie hätten mehr Flexibilität bei der Gestaltung der Arbeitsbedingungen gefordert. Dazu sollte die Verlängerung der Arbeitszeit der bundesweit rund 95 000 Beschäftigten gehören. Dies habe Verdi abgelehnt. Die Arbeitgeberseite habe daraufhin keine Möglichkeit gesehen, ein Lohnangebot abzugeben. „Auf diese Weise werden Arbeitsplätze vernichtet. Das ist mit uns nicht machbar“, sagte Verdi- Verhandlungsführer Frank Werneke. Die Arbeitgeber hätten auf ihren Forderungen beharrt, Weihnachts- und Urlaubgelder zu kürzen. Außerdem gaben sie kein Lohnangebot ab. „Die Tarifverhandlungen sind wegen der unversöhnlichen Haltung der Arbeitgeber nicht weiter gekommen“, sagte Werneke. Verdi werde nun die Urabstimmung für einen möglichen Streik vorbereiten. Bei der Urabstimmung muss eine Mehrheit von 75 % der betroffenen Gewerkschaftsmitglieder für einen Streik stimmen. Verdi rechnet eigenen Angaben zufolge mit einer „deutlichen Mehrheit“. „Wir bedauern diese Entwicklung außerordentlich, aber wir sind notfalls auf eine lange Auseinandersetzung eingerichtet“, sagte Werneke. In dem seit Monaten schwelenden Tarifkonflikt fordert Verdi für die Beschäftigten 3,7 % mehr Geld und lehnt die Forderung der Arbeitgeber nach Öffnungsklauseln für längere Arbeitszeiten ab. Um den Druck zu erhöhen, hatte die Gewerkschaft am Freitag an mehreren Orten in Deutschland erneut zu Warnstreiks aufgerufen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%