Tarifverhandlungen
IG Metall will Warnstreik-Welle lostreten

Mit dem Ende der Friedenspflicht am Samstag will die IG Metall bundesweit eine Welle von Warnstreiks eröffnen. Ab Mitternacht sollen die Bänder in ausgewählten Betrieben zweitweise stillstehen.

HB DÜSSELDORF. Dazu zählen nach Gewerkschaftsangaben vom Freitag etwa die Ingolstädter VW-Tochter Audi, der Automobilzulieferer GKN in Kiel und der Stahl/Rohr-Konzern in Paderborn. Mit Beginn der Arbeitswoche am Montag sollen die Warnstreiks massiv ausgeweitet werden.

Gesamtmetall-Chef Martin Kannegießer wies erneut die Gewerkschaftsforderung von acht Prozent mehr Lohn für die bundesweit rund 3,5 Mio. Beschäftigten der Branche als untragbar angesichts der konjunkturellen Abkühlung zurück. Der Verband der Automobilindustrie warf der IG Metall vor, den Ernst der Situation nicht erkannt zu haben.

Am Freitag war in Dortmund die dritte Gesprächsrunde im Tarifbezirk Nordrhein-Westfalen ohne greifbare Ergebnisse beendet worden. Die Gewerkschaft lehnte ein bereits am Vortag in Baden-Württemberg vorgelegtes Angebot der Arbeitgeber ab. Es sieht für November und Dezember dieses Jahres einmalig 0,8 Prozent mehr und für das Jahr 2009 eine Erhöhung um 2,1 Prozent vor. NRW-Bezirksleiter Oliver Burkhard wertet das Angebot als "Anmaßung".

Die Tarifparteien in Baden-Württemberg haben angekündigt, am 11. November zu einem vierten Verhandlungstermin zusammenkommen zu wollen. In Nordrhein-Westfalen sollen die Verhandlungen den Arbeitgebern zufolge am 13. November fortgesetzt werden. In beiden Bezirken waren in der Vergangenheit Pilotabschlüsse mit bundesweiter Wirkung erzielt worden.

Die Rahmenbedingungen für die Verhandlungen sind aus Sicht der IG Metall durch die Finanzkrise und ihre Auswirkungen auf die Realwirtschaft zwar nicht einfacher geworden. Trotzdem gehen die Gewerkschafter von einem erheblichen Verteilungsspielraum aus. "Der Kraftprotz Metall- und Elektroindustrie ist über Nacht nicht zum klitzekleinen Zwerg geworden, der nichts mehr hergeben kann", sagte Burkhard.

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