Tarifverhandlungen
Mehr Geld für Chemie-Beschäftigte gefordert

Die Gewerkschaft IG BCE wappnet sich für die anstehenden Tarifverhandlungen mit hohen Forderungen: 5,5 Prozent mehr Geld will sie für die Beschäftigten. Die Arbeitgeber verweisen prompt auf den steigenden Kostendruck.
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Fulda/ WiesbadenDie Gewerkschaft IG BCE zieht mit der Forderung nach 5,5 Prozent mehr Geld in die anstehenden Tarifverhandlungen für rund 550.000 Beschäftigte der Chemiebranche. Das beschloss die große Tarifkommission am Donnerstag in Fulda einstimmig, wie die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) mitteilte.

Die Arbeitgeberseite reagierte prompt: „5,5 Prozent mehr Geld wird es nicht annähernd geben“, sagte der Verhandlungsführer des Bundesarbeitgeberverbands Chemie (BAVC), Hans-Carsten Hansen, in Wiesbaden.

Nach dem Willen der Gewerkschaft sollen die Ausbildungsvergütungen um 60 Euro angehoben und die Übernahmesituation von Azubis verbessert werden. Die Laufzeit des neuen Tarifvertrags soll zwölf Monate betragen. Den Forderungskatalog hatte der Hauptvorstand der Arbeitnehmervertretung bereits im Oktober empfohlen.

„In den Chefetagen der Chemie-Industrie wird gejammert, doch die Schwarzmalerei entspricht nicht der Lage“, erklärte Peter Hausmann vom IG-BCE-Hauptvorstand. Die Konjunktur ziehe an, und die Erwartungen seien auf den höchsten Stand seit Anfang 2011 gestiegen. In Deutschland wachse der Optimismus, und das sei das Ergebnis guter Arbeit. Für diesen Erfolg hätten die Arbeitnehmer gesorgt.

Der BAVC erklärte hingegen, die Chemieindustrie müsse beim Entgelt auf die Kostenbremse treten. Die konjunkturelle Lage der Branche gebe keinen Anlass zu Lohn-Optimismus. Die Produktion liege unter Vorkrisenniveau und das Geschäft stagniere bei steigenden Kosten, sagte Hansen.

Den Auftakt der Verhandlungen mit den Arbeitgebern macht der Tarifbezirk Rheinland-Pfalz an diesem Montag in Frankenthal. Voraussichtlich im Januar 2014 werden die Verhandlungen auf Bundesebene fortgesetzt.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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