Tarifverhandlungen mit der IG Metall gehen in die dritte Runde
VW dementiert Halbierung von Investitionen

Der VW-Konzern hat einen Zeitungsbericht über drastische Investitionskürzungen in Wolfsburg dementiert. Einem Medienbericht von Dienstag zufolge sollten die Investitionen für das Werk bis 2009 mehr als halbiert werden.

HB FRANKFURT. Bei der Überarbeitung der langfristigen Planung der Jahre 2005 bis 2009 für das Werk Wolfsburg sei die Summe von 1,9 Milliarden auf 1,5 Milliarden Euro gesunken, sagte ein Sprecher. Die „Wolfsburger Nachrichten“ hatten am Dienstag berichtet, es seien nur noch Investitionen von 1,5 Milliarden statt ursprünglich vorgesehener 3,7 Milliarden Euro geplant.

„Die Summe ist deutlich geringer als bei der letzten Runde“, zitierte die „Wolfsburger Nachrichten“ (Dienstagausgabe) den Wolfsburger Werksleiter Dietmar Korzekwa aus der VW-Mitarbeiterzeitschrift „Autogramm“. Demnach seien für die „Planungsrunde 53“ bis 2009 für die Zentrale 1,5 Milliarden Euro vorgesehen. Für den vorangegangenen Planungszeitraum bis 2008 waren der Zeitung zufolge noch 3,7 Milliarden Euro veranschlagt. „Aber ich bin sicher, dass wir damit auskommen, sogar etwas wettbewerbsfähiger werden“, fügte Korzekwa dem Bericht zufolge hinzu.

Am Dienstag gehen die Tarifverhandlungen bei Volkswagen in die dritte Runde. Die IG Metall hat dazu massive Proteste angekündigt. Die Gewerkschaft fordert 4 Prozent höhere Löhne und will eine Bestandsgarantie für alle 103.000 betroffenen Arbeitsplätze erreichen. Europas größter Autohersteller verlangt dagegen für zwei Jahre eine Nullrunde bei Löhnen und Gehältern.

Nach Darstellung Korzekwas leide das Werk Wolfsburg derzeit auch unter einer geringen Auslastung. Es verfüge über eine Kapazität von täglich 3 200 Fahrzeugen, baue zurzeit aber gerade einmal 2 100 Golf V, Bora, Bora Variant und Golf Variant A4. „Mit dieser geringen Auslastung haben wir ein Problem, die festen Kosten wirklich zu decken. Wir müssen zusätzliche Fahrzeuge nach Wolfsburg bekommen“, wird Korzekwa zitiert.

Vor der dritten Tarifrunde bei VW am Dienstag hat der Präsident des Arbeitgeberverbandes Gesamtmetall, Martin Kannegießer, die Gewerkschaft vor zu weit reichenden Forderungen gewarnt. „Die IG Metall sollte hier nicht versuchen, ein Exempel zu statuieren, dass dem Land und dem Arbeitsmarkt letztlich Schaden zufügt“, sagte er der in Hannover erscheinenden „Neuen Presse“ (Dienstag).

VW habe eine große wirtschaftliche und technologische Ausstrahlung über die Region hinaus. „Deshalb ist es für uns alle entscheidend, dass VW seine Position im weltweit hart umkämpften Automarkt dauerhaft behaupten kann. Dafür ist ein Verhandlungsergebnis notwendig, das das Unternehmen langfristig sichert ­ mit innovativen Lösungen, die die Kosten deutlich senken“, sagte Kannegießer. Die IG Metall verlangt neben Arbeitsplatzgarantien 4 Prozent mehr Geld. VW will die Arbeitskosten bis 2011 um rund 2 Milliarden Euro senken und eine zweijährige Nullrunde bei den Löhnen durchsetzen.

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