Tata-Chef Carl-Peter Forster
„Wir sind überall da, wo man Geld verdient“

Neue hoffnungsvolle Modelle, satte Wachstumsraten etwa bei der Geländewagen-Marke Land Rover und auch die Nutzfahrzeugsparte läuft rund – die Sonne scheint über den indischen Autobauer Tata und seinen Chef Carl-Peter Forster. Der gibt sich selbstbewusst: Wachsen will Tata alleine – nur in China sucht der Konzern einen Partner.
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PARIS. Die Situation für Carl-Peter Forster könnte ungewohnter nicht sein. Nach zuletzt harten Jahren als Europachef bei General Motors mit oft rückläufigen Verkaufszahlen und schlechten Nachrichten en bloc scheint über Forster als Chef des indischen Fahrzeugherstellers Tata Motors die Sonne. Statt mit bröckelnden Marktanteilen und sinkenden Absatzzahlen kämpft Forster nun mit ganz anderen Problemen: nämlich mit einem rasanten Wachstum und einer teils überbordenden Nachfrage. "Unsere größte Herausforderung ist, die zahlreichen Wachstumschancen zu managen", sagt Forster auf der Pariser Autoshow. Und Forster übertreibt keineswegs.

Der Absatz der Premium-Automarken Jaguar und Land Rover (JLR) liegt mit 150488 Fahrzeugen von Januar bis August 27 Prozent über dem Vorjahresniveau. Vor allem Geländewagen sind gefragt. 35,9 Prozent liegt Land Rover im Plus. Die Nachfrage übersteigt gar die Produktionskapazitäten. In Deutschland gehörten Jaguar und Land Rover zu den wenigen Gewinnern. Kein Wunder, dass Ralf Speth, Chef der Premium-Marken, mehr als zuversichtlich ist, nach den schwarzen Zahlen des Vorjahres auch im laufenden Jahr wieder einen Gewinn ausweisen zu können.

Im Ende März abgelaufenen Geschäftsjahr hatte Tata Motors erstmals seit dem Kauf von Jaguar Land Rover Geld mit seinen beiden Edelmarken verdient. Der Luxuswagenhersteller - unter seinem Vorbesitzer Ford jahrelang in den roten Zahlen - erwirtschaftete 37,9 Mio. Euro Gewinn. Und die ersten Kundenreaktionen auf den neuen Land Rover Evoque machen Forster und seinen Vertrauten Speth mehr als zuversichtlich, dass es auch in Zukunft positiv weitergeht: "Die Leute kommen jetzt schon zu den Händlern", sagt Forster. Und dies, obwohl der neue Wagen noch gar nicht in den Showrooms stehe. In Deutschland werden die ersten Autos erst im Sommer nächsten Jahres bei den Händlern stehen.

Tata hatte die Premiummarke Jaguar und den Geländewagenhersteller Land Rover im März 2008 vom krisengeschüttelten US-Konzern Ford für 2,3 Mrd. Dollar gekauft. Zunächst ließen die Inder den Briten freie Hand, doch dann setzten sie mit Forster und Speth im Februar dieses Jahres auf erfahrene Autofachmänner.

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