Tausende Arbeitsplätze fallen weg
Streichkonzert bei Siemens

Der Technologiekonzern Siemens baut in Deutschland tausende Arbeitsplätze ab. Allein beim defizitären IT-Dienstleister SBS fällt in Deutschland jede sechste Stelle weg. Die Beschäftigten sind verunsichert.

HB MÜNCHEN. „Es geht um die langfristige Stabilität des Unternehmens“, begründete Siemens-Chef Klaus Kleinfeld die Einschnitte am Montag. Bei SBS sollten die Kosten bis 2007 um 1,5 Mrd. € gesenkt werden. „Dazu ist es unvermeidlich, in Deutschland in den nächsten zwei Jahren 2400 Stellen abzubauen“, erklärte Kleinfeld. SBS-Chef Adrian von Hammerstein tritt nach nur einem Jahr zurück. Die Logistik-Sparte L&A wird aufgelöst, deren profitable Einheiten anderen Sparten zugeschlagen. Auch in der Kommunikationssparte Com fielen Stellen weg. Von den Sparmaßnahmen erwartet der Konzern bis ins Geschäftsjahr 2005/06 (zum 30. September) hinein eine nicht näher bezifferte Belastung des Gewinns. Die IG Metall warf Siemens Konzeptlosigkeit vor.

„Es geht darum, die Aktivitäten wieder auf den Erfolgspfad zurückzuführen, auf dem sich die Mehrheit der Bereiche bereits befindet“, sagte Kleinfeld. Ein Unternehmen wie Siemens könne sich Verlustbringer nicht dauerhaft erlauben. An der Prognose, wonach der Gewinn im fortgeführten Geschäft im laufenden Geschäftsjahr 2004/05 bei 3,1 Mrd. € stabil bleiben soll, hielt Siemens fest.

Die IG Metall kündigte Widerstand an. „Die Beschäftigten sind sehr verunsichert“, sagte Aufsichtsrat Wolfgang Müller. Die Geschäftsführung setze zu stark auf kurzfristige Renditeverbesserungen. Siemens hatte in den vergangenen Jahren bereits zehntausende von Stellen gestrichen.

Das Computer-Wartungsgeschäft der Tochter SBS will Siemens in Partnerschaften einbringen. Davon seien im Inland etwa 1000 weitere Mitarbeiter betroffen. Zum Nachfolger von Hammersteins ernannte Siemens den 44-jährigen Christoph Kollatz. Kleinfeld schloss nicht aus, SBS als Ganzes in eine Partnerschaft einzubringen.

In der Kommunikationssparte sollen Vertrieb und Service für Kommunikationsnetzwerke für Firmen neu ausgerichtet werden. Mit dem Betriebsrat werde über Möglichkeiten gesprochen, um einen Stellenabbau möglichst weitgehend zu vermeiden, sagte Kleinfeld. Als denkbar nannte er eine Flexibilisierung der Arbeitszeiten. Im Vertrieb von Kommunikationsnetzen leidet Siemens unter der schwachen Konjunktur und der Zurückhaltung des Mittelstands bei Investitionen in neue internet-basierte Lösungen (“Voice over IP“). Der Umbau betrifft etwa 5000 Mitarbeiter.

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