Tausende demonstrieren
Fackelzug zum Nürnberger AEG-Werk

Rund 6000 Menschen haben am Dienstag in Nürnberg gegen die angekündigte Schließung des AEG-Werks demonstriert. Mit einem Fackelzug zeigten sie ihre Solidarität mit den betroffenen 1750 AEG-Mitarbeitern.

HB NÜRNBERG. Nach einer Kundgebung formierten sich die Demonstranten zu einer mehrere Kilometer langen Lichterkette rund um das weitläufige AEG-Werksgelände im Stadtteil Muggenhof. Auf Spruchtafeln und Transparenten warfen Demonstranten der AEG-Mutter Electrolux „soziale Kälte“ und „Missbrauch ihrer unternehmenerischen Macht“ vor.

Die Demonstration, zu der neben den Gewerkschaften und Kirchen auch Nürnbergs Oberbürgermeister Ulrich Maly (SPD) aufgerufen hatte, bildete den vorläufigen Höhepunkt der seit mehr als einer Woche andauernden Proteste. Der schwedische Haushaltsgeräte-Konzern will das Nürnberger AEG-Haushaltsgerätewerk mit seinen 1750 Beschäftigten bis Ende 2007 aus Rentabilitätsgründen schließen.

Oberbürgermeister Ulrich Maly (SPD) sowie Vertreter der Gewerkschaften und der Kirchen forderten Electrolux auf, den Beschluss sofort zurückzunehmen und nach Lösungen für eine größere Wettbewerbsfähigkeit des Werks suchen. Die Schließung sei menschenverachtend, kurzsichtig und unsozial. Nach Malys Ansicht ist die Schließung vermeidbar. „Das Angebot der Nürnberger Belegschaft wurde nie ernsthaft geprüft“, vermutete das Stadtoberhaupt.

Selbst der schneidend kalte Dezember-Wind vermochte die Moral der tausenden von Menschen nicht zu untergraben, die sich im Schein von Fackeln und Kerzen auf der gesperrten Fürther Straße versammelten. Während sie ihre kalten Hände an heißem Glühwein wärmten, versuchte der bayerische IG Metall-Chef Werner Neugebauer mit markigen Worten und Appellen Mut zu machen. „Die Schließungs-Entscheidung ist ökonomisch unsinnig und zeugt von grenzenloser Verantwortungslosigkeit der hohen Herren in Stockholm“, rief er in die Menge.

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