Tauziehen
Opel-Führung springt Merkel bei

Opels Führungscrew stärkt in der Hängepartie um den Autobauer der Bundesregierung den Rücken. GM-Europachef Carl-Peter Forster zeigt Verständnis für das Vorgehen der Bundesregierung bei der Rettung des Autobauers – und warnt die Konzernzentrale in Detroit eindringlich vor den Folgen einer Insolvenz. Indes erhöht die Politik den Druck auf GM weiter.

FRANKFURT. "Ich kann das Verhalten der Bundesregierung nachvollziehen", sagte Forster, zugleich Opel-Aufsichtsratschef, dem Handelsblatt. "In meinen Augen verhält sich die Bundesregierung derzeit wie eine Bank. Und wenn eine Bank einem Investor Bedingungen bei Finanzierungszusagen für seine geplanten Investitionen macht, ist das ein durchaus normaler Vorgang", sagte der Europachef des US-Autokonzerns General Motors, Carl-Peter Forster, dem Handelsblatt. Die Bundesregierung hat eine milliardenschwere Staatsbürgschaft nur für den Fall in Aussicht gestellt, dass GM Opel an den kanadisch-österreichischen Magna-Konzern abgibt. Sie erneuerte diese Position am Donnerstag.

Im Tauziehen um die Zukunft von Opel erhält die deutsche Politik damit erstmals eine klare öffentliche Unterstützung vom GM-Management in Europa. Forster gilt als Befürworter eines Magna Magna-Einstiegs. hat ihm bereits einen Platz an der neuen Opel-Spitze in Aussicht gestellt.

Die GM-Führung in Detroit hält sich hingegen weiterhin alle Optionen für die Opel-Zukunft offen. Der Verwaltungsrat des US-Autokonzerns war auf seiner letzten Sitzung nicht dem Vorschlag von CEO Fritz Henderson gefolgt, Magna als neuen Opel-Eigner zu empfehlen. Ein Votum wurde verschoben. Stattdessen soll das Management bis zur nächsten Sitzung des Gremiums am nächsten Dienstag weitere Optionen für Opel prüfen. Dazu zählen die Offerte des Magna-Konkurrenten RHJ sowie auch der Verbleib von Opel unter dem Dach von GM.

Die Sanierung Opels in einem Insolvenzverfahren gehört ebenfalls zu den Optionen. Forster warnte die GM-Zentrale eindringlich vor diesem Schritt. "Wir haben den GM-Verwaltungsrat darauf hingewiesen, dass eine Insolvenz von Opel auch den Mutterkonzern in eine schwierige Lage bringen würde", betonte der oberste GM-Manager in Europa. Ein Insolvenzverwalter würde GM den Einfluss auf Opel auf längere Zeit entziehen.

Die Bundesregierung strebt nach Worten von Bundeskanzlerin Angela Merkel noch vor Ende September eine Einigung über Opel an. Auch das GM-Europa-Management dringt in Detroit auf rasche Klarheit. "GM wäre geholfen, wenn noch in diesem Monat eine Entscheidung fiele", sagte Forster. Er hält zwei Szenarien für möglich: Wenn der GM-Verwaltungsrat am nächsten Dienstag eine Empfehlung für einen Investor gebe, könne eine Lösung für Opel noch bis Ende September in Grundzügen stehen. Andernfalls könne sich die Hängepartie bis weit über die Bundestagswahl hinaus ziehen.

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