Tauziehen um Endesa
Eon kämpft in Spanien gegen die Zeit

Für Eon wird der Kampf um den spanischen Versorger Endesa zum Wettlauf gegen die Zeit: Während das Gebot des deutschen Konzerns von den Aufsichtsbehörden blockiert wird, versucht der neue Endesa-Großaktionär Acciona eine Front gegen Eon aufzubauen. Dabei könnte der Mischkonzern von einer einer geplanten Änderung des Übernahmerechts profitieren.

DÜSSELDORF/MADRID. Acciona dürfte nach dem neuen Gesetz bis zu 50 Prozent der Aktien erwerben, ohne ein formelles Angebot abgeben zu müssen – und könnte so Eons Offerte torpedieren, noch ehe diese von der Börsenaufsicht freigegeben ist.

„Wir wollen ein alternatives Konsortium aufstellen“, stellte ein Acciona-Sprecher jetzt klar. Präsident José Manuel Entrecanales versuche Eons Übernahme von Endesa zu verhindern. Auf der Kontaktliste soll dabei sowohl der bisherige Konkurrent von Eon, der spanische Versorger Gas Natural, stehen als auch der zweitgrößte Großaktionär, die Sparkasse Caja Madrid.

Acciona hatte sich in der vergangenen Woche überraschend in das Gerangel um Endesa, den größten Versorger des Landes, eingemischt und zehn Prozent übernommen. Weitere fünf Prozent hält die Großbank Santander im Auftrag des Konzerns.

Zwar hat Eon-Chef Wulf Bernotat sein Gebot inzwischen um knapp 40 Prozent auf 35 Euro je Aktie aufgestockt. Ihm sind aber die Hände gebunden. Die spanische Börsenaufsicht CNMV wird den Bieterwettstreit erst freigeben, wenn sämtliche rechtlichen Fragen geklärt sind. Eon wehrt sich aber nach wie vor gegen Auflagen, die die spanische Energieaufsichtsbehörde CNE verhängt hat. Und auch die Offerte von Gas Natural ist durch einen Rechtsstreit mit Endesa blockiert.

Acciona und mögliche Verbündete können dagegen im Gegensatz zu Eon in der Zwischenzeit Aktien am Markt kaufen. Ein formelles Angebot an alle Anteilseigner wie Eon oder Gas Natural muss ein Aktionär erst unterbeiten, wenn er mehr als 25 Prozent anstrebt. Und Accionas Strategie könnte durch ein neues Gesetz noch begünstigt werden: Die Schwelle soll auf 50 Prozent gesetzt werden. Die Bemühungen der spanischen Energiewirtschaft, den Einstieg ausländischer Konzerne zu verhinden, würden dadurch deutlich begünstigt, sagt Wirtschaftsanwalt Kai Fischer von der zweitgrößten spanischen Kanzlei Cuatrecasas.

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