Tauziehen um russischen Bergbaukonzern
Oligarch blockiert Fusionsplan von Rusal und Norilsk

Wirres Tauziehen um den russischen Bergbaukonzern Norilsk: Die Norilsk-Aktionäre stimmten am Dienstag überraschend dagegen, dem Aluminium-Konzern Rusal mehr Einfluss auf den Aufsichtsrat zu gewähren. Jetzt tritt plötzlich auch noch ein anderer Interessent auf den Plan.

MOSKAU. Der Plan des russischen Multimilliardärs Oleg Deripaska, seinen Aluminium-Konzern Rusal mit dem größten russischen Bergbaukonzern Norilsk Nickel zu verschmelzen, hat einen empfindlichen Dämpfer abbekommen. Auf einer außerordentlichen Hauptversammlung stimmten die Norilsk-Aktionäre dagegen, Rusal mehr Einfluss auf den Aufsichtsrat des Konzern zu gewähren.

Pikanterweise votierte auch Norilsk-Miteigentümer Michail Prochorow dagegen. Dabei hatte er selbst im vergangenen Herbst die Weichen für eine Fusion mit Rusal gestellt und die Vorschläge eingebracht.

Die Auseinandersetzung um die Zukunft von Norilsk ist damit um eine wirre Wendung reicher. Schon der Auftakt im vergangenen Jahr hätte nicht fulminanter sein können. Rauschende Partys mit Modells aus Moskau im französischen Nobel-Skiort Courchevel, eine Razzia der französischen Polizei, der 42-jährige Multimilliardär Prochorow landet hinter Gittern. Angeblich weil er Callgirls vermittelt haben soll. Die Vorwürfe lassen sich nicht halten, doch Prochorow und sein Partner, der Kremlnahe Oligarch Wladimir Potanin, beginnen ihr gemeinsames Industrieimperium aufzuspalten - angeblich weil auch dem Kreml Prochorows Eskapaden zu bunt wurden.

Norilsk, die Perle ihrer Aktivitäten, ist heute mit einem Wert von rund 60 Mrd. Dollar hoch profitabel. Der Bergbaukonzern passt somit hervorragend in die Expansionspläne des Rusal-Mehrheits -Eigentümer Deripaska. Der möchte seinen Konzern zu einem 100 Mrd. Dollar schweren globalen Bergbau- und Metallunternehmen formen.

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