Industrie
Tchibo greift nach mehr Beiersdorf-Anteilen

Die Hamburger Kaufmanns-Familie Herz verstärkt nach Angaben aus Industriekreisen ihre Bemühungen, den Kosmetikkonzern Beiersdorf zu übernehmen.

rtr HAMBURG. Wie die Nachrichtenagentur Reuters am Dienstag aus Industriekreisen erfuhr, hat Joachim Herz seine zerstrittenen Geschwister in einem Schreiben an den Aufsichtsrat der Tchibo-Holding aufgefordert, zusammenzustehen, um bei Beiersdorf zuzukaufen. „Es gibt einen Brief“, hieß es aus den Kreisen. Zuvor hatte das „Hamburger Abendblatt“ (Dienstagausgabe) unter Bezug auf ein Schreiben von Joachim Herz von „ernsthaften Bestrebungen“ der Eigentümerfamilie für eine Beiersdorf-Übernahme berichtet. Bereits im Juni waren Rückzugspläne des früheren Tchibo-Chefs Günter Herz und seiner Schwester Daniela aus der Tchibo-Holding bekannt geworden und an der Börse als wichtiger Schritt in Richtung einer Übernahme von Beiersdorf gewertet worden.

Wie es damals aus mit den Verhandlungen vertrauten Kreisen geheißen hatte, soll die Aktionärsgruppe um Günter Herz in bar abgefunden werden und die frei werdenden Tchibo-Anteile von 39 % von den Brüdern Michael, Wolfgang und Joachim übernommen werden, die bereits 51 % der Anteile halten. Bereits damals wurde vereinbart, die Kräfte wieder zu bündeln, falls eine Einigung zwischen Tchibo und der Allianz als zweitem Großaktionär von Beiersdorf zu Stande komme.

Dies habe Joachim Herz in dem Brief an seine Geschwister und den Aufsichtsrat der Tchibo-Holding noch einmal festgehalten, hieß es aus den Industriekreisen. Der Inhalt des Briefes sei damit nicht neu. „Aber die Tatsache, dass er das nochmal aufschreibt, hat es in dieser Form noch nicht gegeben“, hieß es. Damit scheine Bewegung in die Sache zu kommen.

Bislang hatten sich die Herz-Geschwister gegenseitig blockiert und sich unter anderem nicht über eine mögliche Aufstockung des 30-prozentigen Anteils an dem Nivea-Hersteller Beiersdorf einigen können. Der Versicherungskonzern Allianz

ist an Beiersdorf mit 44 % beteiligt und hat Verkaufsbereitschaft signalisiert. Allerdings kam ein Verkauf bislang wegen der Preisvorstellungen nicht zu Stande.

Wie das „Hamburger Abendblatt“ berichtet, soll die Hauptversammlung von Tchibo am 18. August beschließen, dass Günter Herz und seine Schwester Daniela sowie der Hamburger Wirtschaftsprüfer Otto Gellert mit rund vier Mrd. € ausgezahlt werden. Den Verkaufserlös könnte Günter Herz dann zur Aufstockung der Beiersdorf-Anteile einsetzen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%