TecDax wird angepeilt
Zeiss Meditec wächst kräftig

Der Augenheilkunde-Spezialist Carl Zeiss Meditec will noch im Herbst sein Grundkapital um zehn Prozent aufstocken, um Zukäufe und weitere Eigen-Entwicklungen zu finanzieren.

rtr/dpa JENA. „Es zeichnet sich eine Erhöhung um zehn Prozent oder rund 2,6 Millionen Aktien mit Ausschluss des Bezugsrechts ab“, sagte Meditec-Finanzchef Bernd Hirsch am Dienstag in Jena. Die Rückmeldungen institutioneller Anleger seien sehr ermutigend gewesen. Mit der Kapitalaufstockung soll der Streubesitz auf etwa 30 von bisher 19 Prozent steigen. Carl Zeiss Meditec komme damit dem strategischen Ziel näher, in den Börsenindex TecDax aufzusteigen, sagte Vorstandssprecher Ulrich Krauss. Bis 2008 will die Tochter des Optoelektronik-Konzerns Carl Zeiss den Umsatz verdoppeln und eine „deutlich zweistellige“ Umsatzrendite vor Zinsen und Steuern (Ebit) erreichen.

Bei einem Preis für die jungen Aktien in der Größenordnung des gegenwärtigen Börsenkurses könnten Carl Zeiss Meditec rund 30 Millionen Euro zufließen. Damit will Krauss in die Vernetzung von Augen-Diagnose- und Therapiegeräten mit Software und in die Verknüpfung der Geräte mit Verbrauchsartikeln wie Kontaktlinsen investieren. Außerdem sollen die Diagnosegeräte weiterentwickelt werden. „Da kommen wir aus eigener Kraft nicht schnell genug zum Ziel“, stellte Krauss Zukäufe in Aussicht.

In den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2002/03, das am 30. September endet, steigerte Carl Zeiss Meditec sein Ebit auf 15,4 (2001/2002: 9,6) Millionen Euro. Ohne die defizitären, im Mai verkauften Bereich Zahnheilkunde und Haut-Laser hätte das operative Ergebnis sogar bei 19,3 Millionen Euro gelegen, sagte Hirsch. Der Konzerngewinn lag bei 4,7 (4,5) Millionen Euro, die aufgegebenen Bereiche drückten das Ergebnis trotz der Einnahmen aus dem Verkauf allein um 3,1 Millionen Euro.

Beim Umsatz schlugen bei Zeiss Meditec Umrechnungseffekte wegen des starken Euro-Wechselkurses negativ zu Buche. In den neun Monaten bis Ende Juni stieg der Umsatz um 22,9 Prozent auf 175,9 Millionen Euro, um die Währungseffekte bereinigt hätte er sogar um 37 Prozent zugelegt. Der Gewinn sei dagegen von Wechselkurseffekten nicht beeinflusst worden, sagte Hirsch. An den Erwartungen für das gesamte Geschäftsjahr hält Zeiss Meditec fest. Danach rechnet der Konzern mit 240 Millionen Euro Umsatz und einem Ebit von 20 Millionen Euro.

Das Unternehmen war vor einem Jahr aus dem Zusammenschluss der börsennotierten Asclepion-Meditec AG und dem Bereich Augenheilkunde von Carl Zeiss hervorgegangen. Der Zeiss- Konzern hält derzeit 81 Prozent der Aktien. Die Jenaer Firma mit 750 Beschäftigten ist nach Angaben von Krauss Marktführer bei Geräten für Diagnose und Behandlung von Augenkrankheiten. Die Hälfte des Umsatzes wurde in den ersten neun Monaten in den USA erwirtschaftet.

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