Technische Probleme bei Combino-Bahnen
Siemens verspricht Rheinbahn Kostenübernahme

Trotz der erheblichen technischen Probleme mit den „Combino“-Straßenbahnzügen von Siemens will der Düsseldorfer Nahverkehrsbetreiber Rheinbahn auf eine Schadenersatzklage gegen den Indrustriekonzern verzichten. Siemens habe ausdrücklich erklärt, alle notwendigen Sanierungskosten zu übernehmen, begründete Rheinbahn-Chef Herbert Felz am Freitag.

HB DÜSSELDORF. Auch an der Bestellung weiterer 15 Combino-Züge halte die Rheinbahn trotz der Erfahrungen mit den bestehenden Zügen fest, sagte Felz. Auch die Option auf 61 zusätzliche Züge gebe die Rheinbahn nicht auf. „Wir haben einen guten Preis ausgehandelt“, erläuterte ein Sprecher der Bahn. Im Schnitt koste ein Komplettzug rund 2,1 Mill. €.

Wie hoch der Schaden durch die Mängel an den Combino-Zügen bei der Rheinbahn sei, sagte Felz nicht. „Wir werden alle Kosten in Rechnung stellen, inklusive der erforderlichen Ersatzfahrzeuge.“ Siemens hatte bereits im zweiten Quartal 2003/04 Rückstellungen von 296 Mill. € gebildet. Ob diese Summe für die Sanierung ausreicht, ist aber ungewiss, denn noch steht nicht fest, wie viele der insgesamt rund 400 ausgelieferten Züge saniert werden müssen und wie hoch der Aufwand dafür jeweils sein wird.

Nach Angaben des Rheinbahn-Chefs hat Siemens für die gesamte Combino-Baureihe eine Sanierung in zwei Stufen vorgeschlagen, die erste Stufe habe schon begonnen. Mit einem Abschluss der Arbeiten sei kaum vor Anfang 2007 zu rechnen, sagte Felz. Siemens habe empfohlen, die nicht sanierten Züge nur bis zu einer Fahrleistung von 120 000 Kilometern ohne regelmäßige Überprüfungen einzusetzen. Für die Combino-Züge der Rheinbahn gelte dabei aus technischen Gründen eine Schwelle von 130 000 Kilometern, was nach rund zwei Jahren erreicht sei.

Bislang hat die Rheinbahn 51 Combino-Züge bei Siemens gekauft. Die meisten Züge hätten keine oder nur geringe Mängel, müssten aber vorsorglich alle vier Monate und in manchen Fällen auch alle sechs Wochen überprüft werden, sagte der Rheinbahn-Chef. Bei fünf Zügen allerdings sei die Zahl der Mängel so hoch, dass sie täglich oder wöchentlich kontrolliert werden müssten. Weil dies unwirtschaftlich sei, habe die Rheinbahn sie bis zur Sanierung außer Dienst gestellt.

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