Technologie-allianzen laufen aus
GPC Biotech muss größeren Verlust verkraften

Das defizitäre Martinsrieder Biotechunternehmen GPC hat im dritten Quartal 2004 deutlich weniger umgesetzt als im Jahr zuvor und seinen Verlust vergrößert.

HB FRANKFURT. Unter dem Strich sei ein Verlust von 9,8 Millionen Euro verzeichnet worden nach einem Minus von 7,7 Millionen Euro im Vorjahresquartal, teilte GPC mit. Die Umsätze sanken auf 2,6 Millionen Euro von 5,2 Millionen Euro vor Jahresfrist. GPC hat bislang kein eigenes Produkt auf dem Markt und ist auf Erlöse aus Kooperationen mit anderen Unternehmen angewiesen. Gegenwärtig erwirtschaftet GPC nur Umsätze aus der Zusammenarbeit mit dem Pharmaunternehmen Altana. Ende September verfügte GPC - einschließlich des Betrags aus einer Kapitalerhöhung in diesem Jahr - über Finanzmittel in Höhe von 144,1 Millionen Euro. Einen Ausblick für das Gesamtjahr gab das Unternehmen nicht.

GPC hatte bereits angekündigt, dass die Umsätze in diesem Jahr sinken würden, weil ein Reihe von Technologie-Allianzen endeten. Da sich das Unternehmen auf die eigene Medikamentenforschung konzentrieren wolle, strebe es auch keine neuen Allianzen an. Allerdings ist die Kooperation mit Altana zum Aufbau eines Forschungsinstituts in den USA bis 2007 festgelegt. Bis dahin will GPC sein Krebsmittel Satraplatin - der Hoffnungsträger des Unternehmens - auf den Markt bringen.

Satraplatin ist in der späten klinischen Entwicklungsphase zur Behandlung von Prostatakrebs und soll 2007 auf den Markt kommen. GPC will mit Satraplatin einmal Jahresumsätze von mindestens 500 Millionen Dollar einfahren. Da die klinische Entwicklung sehr kostspielig ist, hatte Vorstandschef Bernd Seizinger schon angekündigt, dass der Finanzverbrauch steigen wird. Im dritten Quartal lag der Netto-Barmittelverbrauch bei 10,5 Millionen Euro, nach 9,6 Millionen Euro im zweiten Quartal und 8,8 Millionen Euro im ersten Quartal. Der Nettoverlust soll sich in diesem Jahr wegen der Aufwendungen für Satraplatin erhöhen. Zuletzt hatte GPC eine neue klinische Studie für das Mittel begonnen, mit der die Anwendung von Satraplatin bei Lungenkrebs geprüft werden soll. Weitere Studien zu anderen Krankheiten sind geplant.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%