Technologie
Gutes Klima für Geschäfte

Die deutsche Wirtschaft ist führend bei Umwelttechnologien und erhofft sich Milliardenaufträge. Die Bedeutung der Umwelttechnologie in Deutschland soll so stark wachsen, dass sie etwa 2020 den Fahrzeug- und den Maschinenbau als klassische Leitindustrien überflügelt haben wird.
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BERLIN. Martin Jänicke gerät ins Schwärmen, wenn er auf die wirtschaftlichen Chancen zu sprechen kommt, die grüne Technologien der deutschen Wirtschaft bieten: „Deutschland hat in diesem Bereich ziemlich eindeutig eine Führungsposition inne. Das gilt für den Anteil am Weltmarkt der Umwelttechnik, das gilt für entsprechende Patente“, sagt der renommierte Berliner Politikwissenschaftler, der einer der profundesten Kenner der deutschen und internationalen Umweltpolitik ist. Jänicke, von 1999 bis zum vergangenen Jahr Mitglied im Sachverständigenrat für Umweltfragen, ist sicher, dass anspruchsvolle Klimaziele den technischen Fortschritt stimulieren und Erfolge auf Zukunftsmärkten bewirken können. Daraus schöpft er Zuversicht: Ambitionierter Klimaschutz wird Deutschland Arbeitsplätze und Wachstum bescheren, lautet sein Credo.

Diverse Studien belegen seine Prognosen. So kommt die Unternehmensberatung Roland Berger zu dem Schluss, dass die Bedeutung der Umwelttechnologie in Deutschland so stark wachsen wird, dass sie etwa 2020 den Fahrzeug- und den Maschinenbau als klassische Leitindustrien überflügelt haben wird. Erzielte die Branche 2005 noch rund vier Prozent des gesamten Industrie-Umsatzes, wird der Anteil bis 2030 auf 16 Prozent steigen, heißt es in einer Berger-Studie.

Auch die Allianz rechnet mit einem anhaltenden Boom der Umwelttechnologie. Der Versicherungskonzern geht davon aus, dass das Marktvolumen hierzulande von 60 Mrd. Euro im Jahr 2006 auf 400 Mrd. Euro im Jahr 2030 wachsen wird, was einem jährlichen Plus von acht Prozent entspricht.

Das Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung hat in einer kürzlich vorgestellten Untersuchung im Auftrag des Umweltbundesamtes (UBA) sein Hauptaugenmerk auf die Job-Aspekte des Klimaschutzes gelegt. Es errechnete, dass ambitionierte Maßnahmen zur Begrenzung der Erderwärmung 630 000 neue Arbeitsplätze in Deutschland bringen können. Voraussetzung sei, dass die Bundesregierung das Ziel weiter verfolge, die nationalen Treibhausgasemissionen bis 2020 insgesamt um rund 40 Prozent im Vergleich zu 1990 zu reduzieren. Einen großen Job-Effekt hätten dabei Maßnahmen für eine bessere Energieeffizienz: Allein die schnelle und konsequente Umsetzung von Klimaschutzmaßnahmen in Gebäuden schaffe bis 2012 fast 100 000 neue Arbeitsplätze. Bis 2020 seien sogar über 350 000 neue Arbeitsplätze möglich, prognostizieren die Wissenschaftler.

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