Technologie
Hohe Umsätze, schwierige Kopie

Biotechmedikamente sind aufwendig in der Herstellung - haben aber eine hohe Wirksamkeit. Deshalb können sie auch zu besonders hohen Preisen vermarktet werden.
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FrankfurtDer Siegeszug der Bio- und Gentechnologie in der Medizin begann vor 30 Jahren mit dem Insulin. Musste das Wachstumshormon als Mittel gegen Diabetes zuvor aus den Bauchspeicheldrüsen von Schweinen extrahiert werden, gelang es der Wissenschaft 1982 erstmals, Humaninsulin in großer Menge durch gentechnisch veränderte Bakterien herzustellen.

Die Basis für diesen Erfolg hatten die US-Forscher Stanley Cohen und Herbert Boyer schon Mitte der 1970er-Jahre gelegt. Ihnen gelang der Transfer einzelner Gene auf Mikroorganismen, die so gezielt zu einer Art Mikro-Fabrik für die Herstellung bestimmter Substanzen umprogrammiert wurden.

Trotz dieser frühen Erfolge bestanden Arzneimittel noch bis Anfang der 1990er-Jahre ganz überwiegend aus chemisch synthetisierten Wirkstoffen - in aller Regel vergleichsweise einfache und kleine Moleküle. Erst die Bio- und Gentechnologie eröffnete die Möglichkeit, kompliziertere Eiweißstoffe wie Proteine und Enzyme in größerer Menge als neue Wirksubstanzen herzustellen.

Gemessen an der Zahl der Atome, sind diese Substanzen oft mehr als tausendmal so groß wie herkömmliche Pharmamoleküle und damit viel zu komplex für eine klassische chemische Synthese. In der großtechnischen Biotechproduktion werden gentechnisch modifizierten Bakterien oder Zellen zunächst in speziellen Fermentern vermehrt und anschließend die gesuchten Substanzen aus dem Gemisch aus Nährlösung und Zellmasse herausfiltriert.

Insgesamt sind inzwischen mehr als vier Dutzend biotechnisch hergestellter Wirkstoffe auf dem Markt, die den Herstellern einen Umsatz von mehr als 80 Milliarden Dollar bescheren - darunter sieben der zehn umsatzstärksten Arzneimittel.

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