Technologie-Kooperation
Daimler arbeitet enger mit Renault-Nissan

Die Stuttgarter werden dem Partner voraussichtlich Technologie für dessen Luxusmarke Infiniti zur Verfügung stellen. Schon jetzt arbeiten die Hersteller bei der Entwicklung von Elektrofahrzeugen zusammen. Was die Allianz für Daimler und Renault-Nissan bedeutet.
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PARIS. Der Autokonzern Daimler treibt die Kooperation mit Renault-Nissan weiter voran. Der Stuttgarter Hersteller verhandelt nun auch darüber, der Nissan-Luxusmarke Infiniti eine existierende Fahrzeug-Plattform zu überlassen. „Wir reden darüber, ob Infiniti unsere Frontantrieb-Architektur nutzen kann“, sagte Daimler-Forschungsvorstand Thomas Weber dem Handelsblatt am Rande des Pariser Autosalons. Die Gespräche seien bereits weit fortgeschritten, heißt es bei Nissan.

Die Frontantrieb-Architektur wird für die Mercedes A- und B-Klasse genutzt, Infiniti könnte darauf einen eigenen Kompaktwagen entwickeln. Eine Entscheidung gebe es aber noch nicht, heißt es.

Bereits vor wenigen Wochen hatten die Partner verkündet, auch bei der Entwicklung von Elektrofahrzeugen ihre Kräfte zu bündeln. Daimler sei bereit, seine Batterie-Allianz mit Evonik für die Partner zu öffnen, betonte Weber. Dagegen verlaufen die Kooperationsgespräche mit Toyota über eine Zusammenarbeit beim Elektro-Hybrid offensichtlich im Sande. Es gebe Gespräche mit Toyota, sagte Daimler-Boss Dieter Zetsche, aber keine Hinweise, dass diese zu konkreten Ergebnissen führten.

„Kooperation kommt gut voran“

Die Stuttgarter und Renault-Nissan hatten Anfang April eine strategische Kooperation inklusive Überkreuzbeteiligung geschlossen, von der sich beide Seiten Kostenvorteile von je zwei Mrd. Euro in den kommenden fünf Jahren erhoffen. Die Zusammenarbeit sieht unter anderem die Nutzung einer Fahrzeugarchitektur für die Modelle Renault Twingo und Smart vor. Zudem sollen Motoren der französisch-japanischen Allianz in den Nachfolgemodellen der Mercedes-Benz A- und B-Klasse zum Einsatz kommen. In Summe komme die Kooperation „gut voran“, betonte Weber.

Für Daimler und Renault ist die Allianz ein wichtiger Schritt: Daimler will so im zukunftsträchtigen Kleinwagengeschäft Fuß fassen. Um in diesem Segment profitabel arbeiten zu können, „braucht man große Stückzahlen, um bei den Kosten wettbewerbsfähig zu sein“, sagte Willi Diez, Leiter des Nürtinger Instituts für Automobilwirtschaft. Renault-Nissan erhält im Gegenzug Zugriff auf die großen Verbrennungsmotoren von Mercedes.

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