Technologiekonzern
Bosch zieht es nach China und Amerika

Der Technologiekonzern Robert Bosch will wieder schneller wachsen – und strebt deswegen ins Ausland: In Asien und Amerika soll sich der Umsatz in den nächsten Jahren verdoppeln. Dort entstehen auch neue Jobs.
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StuttgartDer weltgrößte Autozulieferer Robert Bosch setzt angesichts der lahmen Konjunktur in Europa auf die Märkte in Übersee. In Asien, Nord- und Südamerika soll der Umsatz von zuletzt gut 20 Milliarden Euro bis 2020 verdoppelt werden, wie Konzernchef Volkmar Denner am Mittwoch in Stuttgart ankündigte.

Bosch wolle dort künftig nicht nur günstig produzieren, sondern auch vor Ort entwickeln. Von den 9000 Hochschulabsolventen, die Bosch in diesem Jahr weltweit einstellen soll, sollen nur 800 in Deutschland angeheuert werden. Traditionell hatte Bosch seine Produkte im Inland entwickelt und die Produktion ins Ausland verlegt, wenn sich der Preiswettbewerb verschärfte. Insgesamt beschäftigt Bosch 281.000 Menschen.

Auch im laufenden Jahr wird Bosch nach eigenen Erwartungen hinter seinen längerfristigen Wachstumszielen herhinken. Denner stellte ein Umsatzwachstum um drei bis fünf Prozent in Aussicht, der Gewinn soll wieder steigen. Im ersten Quartal kletterte der Umsatz um sieben Prozent, ohne den starken Euro wären es sogar zehn Prozent gewesen. Bosch hat sich für Umsatz und Gewinn auf mittlere Sicht ein Wachstumsziel von acht Prozent jährlich gesetzt. 2013 hatte der Konzernumsatz um 3,1 Prozent auf 46,1 Milliarden Euro zugelegt.

In Europa, wo Bosch 55 Prozent des Umsatzes erwirtschaftet, leidet der Konzern immer noch unter dem verhaltenen Wachstum. Hier stiegen die Umsätze 2013 nur um 2,2 Prozent, in Deutschland sogar nur um 1,1 Prozent. Auf mittlere Sicht hat sich Bosch hier zum Ziel gesetzt, wenigstens stärker zu wachsen als die Konkurrenz.

2013 hatte die inzwischen weitgehend verkaufte defizitäre Solarsparte Bosch stark belastet, mit der sich der Konzern von der Autoindustrie unabhängiger machen wollte. Doch Bosch macht immer noch zwei Drittel des Umsatzes mit Kraftfahrzeugtechnik, die 2013 mit 6,7 Prozent überdurchschnittlich wuchs.

Das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) verbesserte sich – die Solartechnik herausgerechnet – auf 2,75 (Vorjahr: 2,12) Milliarden Euro. Das war eine operative Umsatzrendite von 6,0 (4,7) Prozent. Unter dem Strich halbierte sich der Gewinn wegen des milliardenteuren Ausstiegs aus der Photovoltaik und der Verluste dort aber fast auf 1,25 (2,3) Milliarden Euro. Allein in der Solarsparte schlug ein Minus von 1,04 Milliarden Euro zu Buche. Einen Teil der Produktion hatte Bosch an Solarworld verschenkt und sogar noch eine Mitgift dazugegeben.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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