Technologiekonzern
Gewinnwarnung: Siemens kappt Jahresziele

Siemens wird immer stärker vom Konjunktureinbruch erfasst und hat sich angesichts der Wirtschaftskrise wie erwartet von seiner Jahresprognose verabschiedet. Beim operativen Gewinn rechnet der Technologiekonzern jetzt mit deutlich weniger als den bisher angestrebten 8 bis 8,5 Milliarden Euro.

BERLIN. Der Siemens-Konzern hat nach Einbrüchen im Auftragseingang jetzt sein Gewinnziel für das laufende Geschäftsjahr kassiert. „Die Krise kommt auch bei Siemens an, aber Siemens ist nicht in der Krise“, sagte Siemens-Chef Peter Löscher in Berlin.

Der Technologiekonzern könne sich dem „schärfsten Absturz der Weltwirtschaft seit der großen Krise 1929“ aber nicht völlig entziehen. Statt ursprünglich bis zu 8,5 Mrd. Euro rechnet Siemens nun nur noch mit einem Ergebnis der Sektoren über dem Vorjahreswert von 6,6 Mrd. Euro. Siemens will angesichts der Krise Milliardensummen im Einkauf sowie in Vertrieb und Verwaltung sparen.

Siemens gilt als einer der größten Exporteure sowie als einer der größten Arbeitgeber im Inland als einer der deutschen Leitkonzerne. Löscher machte aber nur wenig Hoffnung auf ein rasches Ende der Konjunkturkrise. „Die Krise wird auch im kommenden Jahr das Geschehen bestimmen. Und eine Stabilisierung wird auf einem drastisch gesunkenen Auftragsniveau einsetzen.“ Die Senkung der Gewinnprognose war erwartet worden. Der Siemens-Aktienkurs legte gestern deutlich zu, da das operative Ergebnis im abgelaufenen Quartal etwas besser ausfiel, als von vielen Analysten erwartet.

Löscher betonte, dass sich Siemens in der Krise besser schlage als viele Konkurrenten. „Im Wettbewerbsver-gleich stehen wir gut bis sehr gut da.“ So konnten die Münchener im abgelaufenen Quartal den Nettogewinn auf eine Milliarde Euro steigern. Der Umsatz legte noch einmal um fünf Prozent auf knapp 19 Mrd. Euro zu. Der Erzrivale General Electric hatte im ersten Quartal einen Gewinnrückgang um gut ein Drittel auf 2,9 Mrd. Dollar verbucht. Der Umsatz ging bei dem US-Konzern um knapp neun Prozent zurück. Noch schlechter sah es bei Philips aus. Die Niederländer stürzten im ersten Quartal in die Verlustzone, die Erlöse brachen um 17 Prozent ein.

Wie zuvor schon General Electric sieht auch Siemens inzwischen signifikante Verschiebungen und Stornierungen von Aufträgen. Zudem drohe angesichts der unausgelasteten Kapazitäten in der Industrie ein verstärkter Preisdruck, sagte Finanzvorstand Joe Kaeser. Mit einem Orderbuch von 87 Mrd. Euro und einer starken Finanzposition sei Siemens aber gut gerüstet für die schwierigeren Zeiten.

Siemens ist im Industriegeschäft, dem Energiesektor und der Medizintechnik aktiv. Im vergangenen Jahr machte der Konzern einen Umsatz von gut 77 Mrd. Euro. In diesem Geschäftsjahr werden die Erlöse wohl trotz der Zuwächse im ersten Halbjahr wohl nicht steigen. Laut Löscher soll der Konzern doppelt so schnell wachsen wie die Weltwirtschaft – und in Rezessionszeiten nur halb so stark schrumpfen.

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