Technologiekonzern streicht knapp 17 000 Jobs
Siemens einigt sich mit Arbeitnehmern auf Stellenabbau

Siemens hat sich mit den Arbeitnehmervertretern grundsätzlich über den geplanten Stellenabbau geeinigt. In einem wesentlichen Punkt kommt der Konzern der IG Metall entgegen.

HB MÜNCHEN. Die Einschnitte würden ohne betriebsbedingte Kündigungen vollzogen, teilten Betriebsrat und IG Metall am Dienstag mit. In einem Eckpunktepapier verpflichte sich der Technologiekonzern zudem, bis Ende September 2010 keine Standorte zu schließen oder zu verlagern. „Mit der Zusicherung, dass der Konzernumbau ohne betriebsbedingte Kündigungen erfolgt, kommt Siemens der wichtigsten Forderung der IG Metall nach“, sagte IG-Metall-Chef Berthold Huber. Siemens plant den Abbau von weltweit knapp 17 000 Arbeitsplätzen, davon rund 5250 in Deutschland. Siemens wollte sich zum Inhalt der Einigung zunächst nicht äußern.

Nach Angaben von Betriebsrat und IG Metall wird die ursprünglich zum Verkauf gestellte Industriemontagesparte SIMS mit ihren 1200 Mitarbeitern gemäß der Eingung im Konzern verbleiben und saniert. In der schlingernden Zugsparte würden in Deutschland keine Werke geschlossen, es bleibe allerdings bei Einschnitten bei der Personalzahl. Die Kürzungen in der IT-Sparte SIS würden zurückgestellt und überprüft. Generell solle der Stellenabbau vor allem über Altersteilzeit und Abfindungen erreicht werden. „Hierzu soll ein Interessenausgleich und Sozialplan abgeschlossen werden.“ Siemens verpflichte sich, Umschulungen und Fortbildungen anzubieten und zu bezahlen.

Die Arbeitnehmervertreter sicherten im Gegenzug eine schnelle Einigung über weitere Details zu. Bis Mitte August soll das Eckpunktepapier konkreter gefasst und der Sozialplan erarbeitet sein. Ende August wolle der Gesamtbetriebsrat dann einen abschließenden Beschluss fassen. Damit erfüllen die Arbeitnehmervertreter einen der dringlichsten Wünsche der Siemens-Spitze, die die Kosten für den Stellenabbau möglichst noch im laufenden Geschäftsjahr - also bis Ende September - verbuchen will. Finanzchef Joe Kaeser kann die Lasten dann gegen den Milliardengewinn aus dem Verkauf der Autozuliefersparte VDO verrechnen und so die Steuerlast des Unternehmens mindern.

Das Unternehmen rechnet Kreisen zufolge mit Kosten für den Jobabbau im mittleren bis höheren dreistelligen Millionenbereich gerechnet. Vorbild für die Regelung soll der Sozialplan bei der Sanierung der Telefonanlagensparte SEN sein, der selbst Gewerkschaftern als üppig gilt.

Ein Konzernsprecher sagte, derzeit werde den Betriebsräten ein Rahmen vorgestellt, wie sich der anstehende Konzernumbau umsetzen lasse. „Zu den konkreten Details dieses Rahmens, der die Grundlage für weitergehende Verhandlungen mit den Arbeitnehmervertretern bildet, wird sich Siemens am Mittwoch im Anschluss an die Tagung der Betriebsräte äußern.“

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