Teil der Gesundheitssparte

Siemens erwägt Verkauf von Krankenhaus-IT

Die Gesundheitssparte war 2013 der profitabelste Teilbereich von Siemens – und dennoch könnte sie ausgedünnt werden. Kreisen zufolge erwägt der Konzern einen Verkauf der Krankenhaus-IT.
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Will Siemens-Chef Joe Kaeser die Gesundheitssparte umbauen, wei einige Analysten vermuten? Quelle: AFP

Will Siemens-Chef Joe Kaeser die Gesundheitssparte umbauen, wei einige Analysten vermuten?

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Siemens erwägt informierten Kreisen zufolge den Verkauf ihrer Sparte für Datenbanken und Informationstechnologie in Krankenhäusern. Der Konzern legt seinen Schwerpunkt auf das Energie- und Industriegeschäft.

Siemens prüfe die Optionen für den Geschäftsbereich Krankenhaus IT, sagten zwei mit den Plänen vertraute Personen gegenüber Bloomberg News. Eine endgültige Entscheidung sei allerdings noch nicht gefallen.

Der Bereich, der unter anderem klinische Informationssysteme und Lösungen für das Archiv- und Dokumentenmanagement in Krankenhäusern anbietet, könnte nach Aussage einer der beiden Personen mit mehr als 1 Milliarde Euro bewertet werden.

Ein Sprecher des Münchener Konzerns lehnte eine Stellungnahme zu der Sparte ab, deren Systeme beim Management der Patientenversorgung helfen.

Was mal alles Siemens war
Osram startet an der Börse
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Osram

Wolfgang Dehen freut sich über die Erstnotiz der Aktie der Osram Licht AG. Das Unternehmen gehörte lange Siemens und ging 2013 als eigenständiges Unternehmen an die Börse – die Siemens-Aktionäre wurden beteiligt. Der erste Kurs lag am 8. Juli 2013 bei 24,00 Euro. Derzeit fährt der Hersteller einen Sparkurs und streicht Stellen.

Siemens will sechs Milliarden Euro sparen
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Siemens Hausgeräte

Die bekannten Waschmaschinen, Kaffeeautomaten oder Staubsauger mit dem Siemens-Logo stammen in der Regel vom Gemeinschaftsunternehmen Bosch und Siemens Hausgeräte GmbH (BSH), das bereits seit 1967 existiert. Im Jahr 2013 stieg der BSH-Umsatz um 7 Prozent auf 10,5 Milliarden Euro. Inzwischen hat sich Siemens aus dem Geschäft ganz zurückgezogen und die Anteile für drei Milliarden Euro an den Partner Bosch verkauft.

Gigaset bilanziert zweites Quartal
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Gigaset

Das Geschäft mit schnurlosen Telefonen hat Siemens im Jahr 2008 an den Finanzinvestor Arques verkauft, der seit 2011 als Gigaset AG firmiert. Ein Streit über den Verkaufspreis zog sich bis weit in das Jahr 2010 hin, Siemens verzichtet schließlich wohl auf einen niedrigen zweistelligen Millionenbetrag.

huGO-BildID: 8061727 ** ARCHIV ** Ein Stopschild ist am 28. Sept. 2006 in Kamp-Lintfort an einer Produktionshalle des Handy-Herstellers BenQ zu sehe
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Siemens Mobile

Der Verkauf der Handy-Sparte an den taiwanischen Elektronikkonzern 2005 war für Siemens ein unrühmliches Kapitel. Das Rennen mit Branchengrößen wie Nokia konnte Siemens nicht mithalten, doch auch unter den neuen Besitzer hatte das Unternehmen keine Zukunft. Die Firma mit etwa 7000 Mitarbeitern stellte Ende 2006 die Produktion ein.

huGO-BildID: 31796967 FILES - A general view of Nokia Siemens Networks in Espoo on November 23, 2011. Finnish telecom equipment maker Nokia is buying
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Siemens Networks

Das Geschäft mit der Ausrüstung für Telefonnetze brachte Siemens im Jahr 2007 in ein Gemeinschaftsunternehmen mit Nokia ein. Nokia Siemens Networks machte danach etliche Sparrunden durch. Anfang Juli kündigte Siemens den Verkauf seines 50-Prozent-Anteil für 1,7 Milliarden Euro an Nokia an.
Siemens hatte bereits seit langem den Ausstieg aus dem Gemeinschaftsunternehmen gesucht. Mit dem Verkauf des NSN-Anteils treibe das Unternehmen die „Fokussierung auf unser Kerngeschäft weiter konsequent voran“, teilte Joe Kaeser, damals Siemens-Finanzvorstand, mit.

Employees are pictured inside a clean room of German semiconductor manufacturer Infineon in Regensburg
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Infineon

Ähnlich wie Osram erging es auch der Chipsparte von Siemens. Sie wurde aber bereits zum Höhepunkt des Börsenbooms Anfang 2000 unter dem Namen Infineon an die Börse gebracht. Zunächst hielt Siemens noch einen Großteil der Aktien, gab diese aber bis 2006 alle ab. Im vergangenen Geschäftsjahr erzielte Infineon 3,9 Milliarden Euro Umsatz und 432 Millionen Euro Gewinn mit den auch zukünftig fortgeführten Unternehmensteilen.

Epcos-Quartalszahlen unter Erwartung
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Epcos

Im Sommer 2008 verkündete der japanische Technik-Konzern TDK den Kauf von Epcos, einer ehemaligen Siemenssparte. Der Kaufpreis betrug etwa eine Milliarde Euro. Siemens hatte den Hersteller passiver Elektronikbauteile im Jahr 1999 gemeinsam mit dem Partnerunternehmen Matsushita an die Börse gebracht. Im Jahr 2012 beschäftigte Epcos etwa 23.600 Mitarbeiter. Seit 2009 ist die Firma nicht mehr an der Börse geführt.

Siemens-Vorstandschef Joe Kaeser bereitet den Börsengang des Hörgeräte-Geschäfts vor, während die Gesundheitssparte intern eigenständig wird, um operativ unabhängiger zu agieren. Damit soll der Bereich nach Darstellung Kaesers in die Lage versetzt werden, mit größerer Flexibilität auf die Marktnachfrage zu reagieren. Ein Vorbote für eine Veräußerung sei dies nicht.

Kaeser setzt den Fokus bei Siemens auf „Elektrifizierung, Automatisierung und Digitalisierung“. Einige Analysten vertreten die Ansicht, diese Definition lasse wenig Raum für die Gesundheitssparte – die 2013 der profitabelste der vier Geschäftsbereiche von Siemens war.

Dem hochprofitablen Medizintechnikgeschäft, zu dem die Krankenhaus-IT-Sparte gehört, stellte Kaeser bei der Vorstellung seines Strategieplans Anfang Mai hingegen eine ungewisse Prognose. Die Medizin entferne sich von der traditionellen Gerätemedizin, wo Siemens mit seinen Computertomographen und ähnlichen Diagnoseapparaten stark sei, betonte Kaeser. Daher werde das Feld künftig eigenständig geführt, wenn auch vorerst nicht in eine eigene Rechtsform ausgegliedert. Sollte die Sparte eines Tages teure Akquisitionen im Bereich der neuen Medizinfelder brauchen, sollte sich auch der Kapitalmarkt an den Kosten beteiligen, sagte Kaeser damals. Eine Mehrheit wolle Siemens behalten, die Medizintechnik bleibe Kerngeschäft, sagte Kaeser.

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