Teilausstieg soll 750 Millionen Dollar bringen
Blackstone macht bei Celanese Kasse

Die amerikanische Investmentgesellschaft Blackstone Group plant wenige Monate nach der Übernahme des Chemiekonzerns Celanese bereits wieder den Teilausstieg. Wie aus dem bei der US-Börsenaufsicht hinterlegten vorläufigen Verkaufsprospekt hervorgeht, will Blackstone durch den Verkauf von Anteilen der Celanese Corp. an der New Yorker Börse bis zu 750 Mill. Dollar einnehmen.

tor/ant NEW YORK. Der Finanzinvestor hatte die Übernahme des aus den Chemie-Aktivitäten des Hoechst-Konzerns hervorgegangenen Unternehmens im April dieses Jahres abgeschlossen. Da private Kapitalanlagegesellschaften ihre Neuerwerbungen im allgemeinen zwischen drei und fünf Jahren behalten, kommt die schnelle Verkaufsabsicht etwas überraschend.

Ein Grund für den geplanten Börsengang dürfte das deutlich verbesserte Klima für Chemie-Aktien sein. Neben starken Quartalszahlen einiger Unternehmen trug dazu auch der Börsengang des amerikanischen Konzerns Westlake Chemicals bei. Nach einigen Anlaufschwierigkeiten gelang dem Unternehmen Mitte August der Start am Aktienmarkt. Seither kletterte Kurs von 14,81 Dollar auf knapp 24 Dollar. Auch der ebenfalls in den USA ansässige Chemiekonzern Huntsman kündigte inzwischen an, den Sprung an die Börse zu wagen.

Auch für die hiesige Chemiebranche wäre der Celanese-Börsengang ein positives Signal. Die Düsseldorfer Spezialchemiefirma Cognis bekräftigte erst im September, dass sie an ihren Börsenplänen festhält. Wegen des schlechten Marktumfeldes für Neuemissionen sah das Unternehmen bislang jedoch keine Chance, diese Pläne in die Tat umzusetzen.

Blackstone hatte für den zum Zeitpunkt der Übernahme noch relativ stark verschuldeten Chemiekonzern insgesamt 3,1 Mrd. Dollar gezahlt. Nicht alle Anteilseigner waren mit der Höhe des Angebotes zufrieden. Da etwa 16 Prozent der Aktionäre das Angebot nicht annahmen, ist die Aktie der Kronberger Celanese AG weiterhin am Frankfurter Aktienmarkt notiert, worauf im vorläufigen Verkaufsprospekt unter dem Stichwort „Risiken“ hingewiesen wird.

Blackstone will jetzt aber keine weiteren Anteile der europäischen Tochtergesellschaft an die Börse bringen, sondern die der fast gleichnamigen amerikanischen Holding. Die Celanese Corp. mit Sitz in Dallas ist der Mutterkonzern der für das europäische Geschäft zuständigen Celanese AG und der unter dem Namen Celanese Americas Corp. (COC) firmierenden US-Tochter.

Für Blackstone ist die Celanese- Transaktion unabhängig von der geplanten Aktienplatzierung alles andere als ein Verlustgeschäft. Die Gesellschaft investierte nur 650 Mill. Dollar eigene Mittel und bezahlte den Rest mit Krediten. Im September erhielt Blackstone bereits 500 Mill. Dollar in Form einer Sonderdividende von Celanese zurück. Die Einnahmen aus der Neuemission sollen den Angaben zufolge für eine weitere Sonderdividende und die Rückzahlung von Schulden eingesetzt werden.

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