Teile fehlen
Opel-Produktion in Bochum steht

Nicht etwa geplante Kurzarbeit, sondern stockender Nachschub von Bauteilen zwingt Opel in Bochum zum Stopp der Bänder. Bis kommenden Montag haben die Mitarbeiter frei.
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Bochum/KölnVor dem Hintergrund von Produktionseinschränkungen an anderen Opel-Standorten stehen in dieser Woche auch im Bochumer Opel-Werk die Bänder still. Die Produktion werde am kommenden Montag wieder aufgenommen, kündigte der Bochumer Betriebsratschef Rainer Einenkel am Mittwoch an. Den Stillstand müssten die Mitarbeiter mit Freizeit ausgleichen. Es handele sich dabei nicht um Kurzarbeit. Der Schritt sei notwendig geworden, da derzeit Zulieferteile aus anderen Werken fehlten.

Nach Angaben des Bochumer Opel-Betriebsrats sollen in der kommenden Woche die Gespräche über die Zukunft des Standorts fortgesetzt werden. Bis Ende Oktober wolle man zu einem Ergebnis kommen, sagte Einenkel.

Der US-Autobauer Ford hatte zuvor ein Sparprogramm für seine europäischen Werke angekündigt. Ziel sei es, die Personalkosten zu reduzieren, hieß es.

Am vergangenen Samstag hatte sich der Autobauer eine Auszeit von der Krise gegönnt und am Stammsitz in Rüsselsheim das 150-jährige Firmenjubiläum gefeiert. Die Bänder liefen auf Hochtouren, eine Live-Band spielte Oldies, Kinder fuhren begeistert Kart und Tausende Opel-Fans haben ihre Lieblingsautos getestet.

Auch Interims-Chef Thomas Sedran, der derzeit einen Knochenjob hat und vor schmerzhaften Entscheidungen steht, ließ sich an diesem Samstag die gute Laune nicht nehmen: „Wir alle bei Opel können stolz sein auf unser Unternehmen und unsere Autos.“ Fraglich ist nur, wie viele Jubiläen Opel noch feiern wird. Denn die Krise in Südeuropa hat den ohnehin seit Jahren defizitären Autobauer erneut auf Talfahrt geschickt. So leidet Opel schon wieder unter Überkapazitäten - obwohl die Rüsselsheimer vor nicht einmal zwei Jahren ein Werk geschlossen und 8000 Stellen abgebaut haben.

Längst feilt das Management am Zukunftsplan „Drive Opel 2022“, der Wachstum fördern und Kosten senken soll. Doch so einfach ist das nicht. Denn um etwa die Personalkosten zu drücken, muss sich das Management mit der mächtigen Gewerkschaft und dem Betriebsrat einigen. Dabei geht es auch um die Zukunft des Werks Bochum, für dessen Fortbestand der Betriebsrat mit aller Macht kämpfen wird.

Zwar soll auch die Verwaltung verschlankt werden, Experten sind aber davon überzeugt, dass das nicht reichen wird. Opel müsse die Kraft haben, unschöne Entscheidungen zu treffen, um langfristig überleben zu können, betont Autoexperte Stefan Bratzel. Er schätzt, dass der Autobauer mindestens ein, eher zwei Werke schließen müsste, um die Kapazitäten der Nachfrage anzupassen.

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  • meine Antwort dazu!

    „für dessen Fortbestand der Betriebsrat mit aller Macht kämpfen wird.“

    beinhaltet doch bereits die Aussage,
    Opel-Bochum ist Geschichte nach den Wahlen in den USA,
    zum dritten Quartal am 31. Oktober – Stichtag!
    Kann GM 2,0Mrd einsparen, wie es heißt,

    der ESM ist Unterzeichnet, erklärte die EZB zur EUR-Diktatur,
    Und Griechenland erhält auch noch mal eine Chance, muss, sonst geht nämlich Portugal, Spanien vielleicht auch Italien mit aus diesem lächerlichen Konstrukt EUR-Europa.

    Traum der Diktatoren alla US-Demokratie-Import/Export
    alles eine Frage der Definition.

    In der größten Pleite-"Demokratie" mit der EUR-Europa-"Demokratie" alles aus einer Hand Demokratie!
    Wenn in den Ruin, dann alle zusammen!
    das sind wir dem "Demokratiespender" und Weltenretter USA schuldig,
    wir, als deutsche Politiker!(die Namen sind bekannt!)

  • Das Exportverbot ist der gezielten Todesstoß; und alle gucken zu. Später trauert man dann wie bei Borgward "was waren das schöne Auto`s..."

  • Ach Tosch, das Opel Drama wird doch nur in Deutschland von der Presse aufgebaut um Opel Marktanteile abzugreifen.
    Glaubst Du denn wirklich, dass GM seinen Opel selbst zerlegt um Markanteile zu verlieren? Die sind seit Jahrzenten weltweite Nummer eins mit Opel. Und daran wird sich auch dieses Jahr nichts ändern, weil die Chinesen keine japnischen Autos meht kaufen VW eine braune Vergangenheit hat und GM dann in China durchstarten kann. An die Opel Schlagzeilen glauben immer noch zuuuu viel dumme Leut. Deswegen kommen sie auch immer aufs neue raus.

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