Teile gemeinsam nutzen: Zetsche rückt Chrysler enger an Mercedes

Teile gemeinsam nutzen
Zetsche rückt Chrysler enger an Mercedes

Das Restrukturierungsprogramm von Chrysler sieht nach Medieninformationen eine stärkere Zusammenarbeit der Daimler-Marken vor. Teile und Plattformen werden gemeinsam genutzt, dazu tausende Stellen gestrichen und Kosten gesenkt.

hz/ebe FRANKFURT/NEW YORK. Das sich anbahnende Sparprogramm des angeschlagenen Autobauers Chrysler nimmt immer deutlichere Konturen an. Nach Informationen der US-Zeitung „Detroit News“ sieht der Plan neben einem Stellenabbau und Kostensenkungen auch eine engere Anbindung der US-Sparte an die Nobelmarke Mercedes-Benz vor. Demnach sollen der US-Autobauer und der Stuttgarter Premiumanbieter künftig stärker als jemals zuvor kooperieren. Sowohl im Kleinwagen- als auch im Geländewagensegment würden die Marken künftig gemeinsame Teile und Plattformen nutzen. Eine Chrysler-Sprecherin nannte den Bericht Spekulation.

Dem Daimler-Chrysler-Aufsichtsrat liegt der Plan laut Unternehmenskreisen noch nicht vor. Mitglieder des Gremiums sagten, eine engere Verzahnung von Chrysler und Mercedes sei aber die Richtung, in die Zetsche gehe. Das Chrysler-Sanierungspaket, intern „Projekt X“ genannt, soll am Dienstag kommender Woche dem Aufsichtsrat auf einer außerordentlichen Sitzung präsentiert und einen Tag später auf der Jahrespressekonferenz vorgestellt werden.

Bereits in den vergangenen Tagen war in US-Medien über erste Details des Programms berichtet worden. Danach sind bis zu 10 000 Stellen bei Chrysler gefährdet und mehrere Werke von der Schließung bedroht. Der Schulterschluss der beiden unterschiedlichen PKW-Marken unter dem Dach des Autokonzerns gilt intern aber als der heikelste Punkt des geplanten Programms: Handelt es sich bei der Markentrennung doch bisher um ein Tabu, an dem der Konzern nicht zu rütteln wagte. Diesen Schutzwall um Mercedes reißt Zetsche nun offenbar teilweise ein. So sollen Mercedes und Chrysler bereits bei der nächsten Generation von Kleinwagen zusammenarbeiten, heißt es. Beide Seiten arbeiteten an einer gemeinsamen Plattform, auf der künftig auch die A-Klasse in Rastatt produziert werden soll, meldet die US-Zeitung. Außerdem strebe der Konzern an, den Mercedes-Geländewagen M-Klasse künftig auf eine Basis mit dem Jeep Grand Cherokee und Dodge Durango zu stellen. Die Konkurrenten Ford und General Motors gehen diesen Weg bereits seit längerem.

Daimler hatte dagegen eine Gleichteilepolitik zwischen Mercedes und Chrysler bisher verworfen – aus Furcht, das Image der Nobelmarke zu ramponieren. Davon ist angesichts der finanziellen Not bei Chrysler offenbar nicht mehr die Rede. Chrysler hatte im dritten Quartal 2006 einen Verlust von 1,16 Mrd. Euro eingefahren und wird für das Gesamtjahr voraussichtlich ein Milliardenminus ausweisen. Die genauen Zahlen wird der Konzern am 14. Februar vorlegen.

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